Samstag, 19. August 2017

Bridge, Brauerei, Berge, Atombomben und Shakespeare

Dieses Wochenende in Bremen war schon lange geplant. Dörte hat vor 2 Jahren eine Tradition begründet, als sie mit Petra und Martin die Shakespeare-Aufführung im Bürgerpark besucht hat. Dazu gehört natürlich auch ein leckeres Picknick vorweg. Dörte hat es soooo gut gefallen, dass sie im letzten Jahr Shakespeare im Park zu einer beziehungserhaltenden Pflichtveranstaltung erklärt hat.

"Ach so" habe ich dazu gesagt und mich gefügt. Obwohl auf dem Fußboden sitzend essen und komplexe Theateraufführungen, die ich nicht verstehe, nicht so ganz mein Fall sind, hat es auch mir im letzten Jahr gefallen. Dieses Jahr war das "Pflicht" also gar nicht mehr nötig und die Aussicht aufs Rätseln hat die Vorfreude noch erhöht.

Gestern Abend habe ich nach einem Begrüßungssekt das Programm erklärt bekommen:

  • Erst eine Rätselaufgabe, diesmal ein Bridgeproblem. Dies war die einzige Rätselaufgabe, die fürs Weiterkommen im Tableau zählen würde.
  • Freitag 19:30 Uhr: Brauereibesuch bei der Bremer Union-Brauerei. Hier kauft Martin seine Craft-Biere ein.
  • Samstag 8 Uhr: Besuch auf dem Markt in Findorff. Das war aber eine Angelegenheit für Martin und Dörte - mir traute man das Einkaufen von Leckereien zum Frühstück nicht zu. Danach Frühstück.
  • Samstag 11 Uhr: Zusammen mit Petras Freundin Claudia würden wir zu fünft einen Escape-Room besuchen. Danach weiterfrühstücken.
  • Samstag 13:30 Uhr: Mittagsschlaf. Danach Kochen fürs Picknick.
  • Samstag 18:00 Uhr: Aufbruch zum Bürgerpark, ausgestattet mit Wolldecken, Rucksäcken und Einkaufstrolley.
  • Samstag 20:30 Uhr: Richard III. im Bürgerpark
  • Sonntag früh: Ausklang beim Frühstück
Das Bridgeproblem hat mich natürlich die ersten Stunden beschäftigt. Trotzdem habe ich die nette Atmosphäre in der Brauerei wahrgenommen. Auch wenn Männer bekanntlich nicht multitaskingfähig sind. Wir haben eine Bierprobe gemacht, um für jeden das richtige Bier für den Abend zu finden. Dörte hat Bremer Knipp gegessen - das war mindestens genauso lecker, wie mein ausgezeichneter Burger. In der Diele lagen eine Fotobox-Utensilien, da konnten Dörte und Petra nicht dran vorbeigehen:
Als wir wieder bei Martin und Petra waren, habe ich meine Überlegungen zum Bridgeproblem dargelegt. Irgendwie haben Bridgeprobleme genauso Konventionen wie Go- oder Schachprobleme. Zum Beispiel was man unter optimalem Spiel versteht. Und was der früheste Stich ist, bei dem man weiß, dass man gewonnen hat. Darf man dafür eine für den Alleinspieler günstige Verteilung der Karten annehmen?

Eigentlich geht es ja darum, eine Spielweise für den Alleinspieler zu finden, bei dem in möglichst vielen Verteilungen die angesagte Stichzahl erreicht wird. Die richtige Spielstrategie für den Alleinspieler hatte ich schon gefunden, aber gleichzeitig auch einen super seltenen Spezialfall entdeckt, bei dem Martins Frageformulierung auf ein Problem stieß. So ließ ich mir die richtige Antwort fürs Rätseltableau dann von ihm bestätigen.

Aber einen kleinen Dreh hatte Martin dann doch noch: Wie sollte ich diese Spielkarte nun eingeben? Das war schwieriger als erwartet. Ich verrate hier nur, dass Martin in der Nacht zuvor noch Unicode-Support ins Rätseltableau eingebaut hatte.

Da ich ja nun schon mit dem Rätseln fertig war (die nächste Station ist übrigens bei Bruno & Werner), stellte man mir eine weitere Aufgabe (es war so ca. 0:45 Uhr, der Pastis war lecker): Wie heißen die Berge in den Bremer Stadtteilen Hastedt, Schwachhausen und Walle? Nun, das war nicht so schwer: Hulsberg, Riensberg und Osterfeuerberg. Doch dann zeigte man mir diese leicht gelogene Postkarte:
Eigentlich hätte ich die Höhen der abgebildeten Originalberge herausfinden sollen. Doch diese Antworten hatten Petra und Martin selbst noch nicht herausfinden können. Den Osterfeuerberg habe ich übrigens gefunden, wer die anderen findet, kann sich ja mal bei mir melden!

Heute früh ging es dann nach dem leckeren Frühstück in einen ziemlich neu eröffneten Escaperoom. Das Setting war eine Mietwohnung aus den 60er-Jahren, in der ein Geheimagent eine Atombombe versteckt hatte. Die sollten wir innerhalb von 60 Minuten entschärfen. Ich fand, dass wir ganz gut vorankamen, aber wir waren dann doch etwas zu langsam. Wir hätten früher auf die Joker zurückgreifen müssen, wenn wir merkten, dass wir nicht gleich vorankamen. Für mich war das der erste Escaperoom, aber bestimmt nicht der letzte - es hat viel Spaß gemacht!
Mittagsschlaf habe ich schon als Kind gehasst, ich habe lieber angefangen, die fehlenden Einträge in diesem Blog aufzuholen. Draußen schien den ganzen Nachmittag über die Sonne - bis wir in Richtung Bürgerpark aufbrachen. Martins Regen-App zeigte Regen bis kurz vor Vorstellungsbeginn an - deshalb sind wir mit dem Auto hingefahren. Wir sind zwar noch trocken bis zum Eingang gekommen, aber beim Picknick wurde es doch ganz schön nass!
Die Schauspieler verkauften Programmhefte. Diesmal wurden sie angepriesen mit einem Stammbaum in der Mitte des Heftes. Da könne man schön abstreichen, wer schon gestorben ist. In der Tat machte das die Geschichte etwas übersichtlicher! Insgesamt konnte ich das Stück diesmal besser verfolgen als letztes Jahr. Ich gewöhne mich langsam an viele Rollen und wenig Schauspieler.

Wir kommen nächstes Jahr gerne wieder - auch ohne Rätsel!
Vielen Dank für das schöne Wochenende!

Anmerkung: Dieser Eintrag wurde am 25.8.2017 nacherfasst.

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