Sonntag, 6. Mai 2018

Finale

Heute hatte ich meinen Rätseltermin bei Steffi, Tobias und Hannah in Ostervesede. Ich hatte ja schon vermutet, dass dies das Ende der Rätselkette sei, aber vor Ort war ich doch ganz schön überrascht: Offensichtlich wurden alle Rätselsteller angeschrieben und alle, die es irgendwie einrichten konnten, waren auch gekommen. Teilweise von ganz weit her, z. B. meine niederländischen Freunde aus Malden. Jeder hatte etwas zu Essen mitgebracht und wartete nun hungrig darauf, dass ich und Dörte endlich eintrafen - wir waren nämlich 20 Minuten zu spät.
Für mich war es ganz toll, das war genauso, wie Dörte am liebsten ihren Geburtstag feiert: Mit einer Party, bei der man sich um nichts kümmert. Es war wirklich ein gelungener Abschluss der Rätselkette bei allerbestem Wetter.
Ganz ohne rätseln ging es dann aber doch nicht ab: Ich musste frische Küchenkräuter aus dem Garten bestimmen. Hannah und Steffi hatten sich das überlegt und Steffi holte immer noch mehr Kräuter, die ich erkennen sollte. Ich muss gestehen, dass ich ein wenig raten musste und auch manche Hilfe bekam.

Die Party zog sich hin bis zum Abend - da gab es noch eine über offenem Feuer gekochte Hühnersuppe der allerleckersten Art und einen Nachtisch mit Himbeeren, von dem ich gar nicht ablassen konnte.

Ich danke allen für die Rätselkette und den tollen Tag heute. Jedes Rätsel für sich hat Spaß gemacht!
Ganz besonders danke ich Martin für die Organisation und Tobias, Steffi und Hannah, dass sie diesen schönen Abschluss ermöglicht haben.





Samstag, 24. März 2018

Bratapfelkuchen und Schnitzelpfanne

Heute war ich bei Gabi und Klaus in Flensburg zum Rätseln eingeladen, Ich kam gegen 10 Uhr an und bekam nach der Begrüßung erst einmal einen Tee und leckeren Bratapfelkuchen. Der Aufgabenzettel sah übersichtlich aus: Nur 3 Fragen. Die zweite Frage (ein Code aus den Zeichen  / und \ ) konnte ich ziemlich schnell beantworten, für die dritte Frage (160 Bits) hatte ich mehrere Ansätze, die man erst einmal ausprobieren musste. Besonders schwierig war aber die erste Frage:

Jetzt mach mal


Nur diese 3 Worte.  Es war auch Klaus klar, dass ich ohne weitere Hinweise nicht die Lösung finden könnte.  Er hatte sich überlegt, dass wir zwischendurch ein paar Geocaches suchen und er mir bei jedem gefundenen Cache einen weiteren Tipp gibt, Wer Lust hat, kann die Tipps auf dem Aufgabenzettel nachvollziehen.

Da ich ja schon ein Drittel gelöst hatte, fuhren wir zunächst auf die  andere Seite der Förde, um einen Cache der Cacheserie  Fördesteig zu suchen, den Klaus schon länger auf dem Zettel hatte. Das war ein Wherigo-Cache, das heißt man braucht dazu dasselbe Programm, mit dem wir die Polarexpedition simuliert hatten. Wir konnten alles gut finden und mein erster Hinweis war "Kölsch". Nicht das Bier, sondern die Sprache.
Das dauerte alles etwas länger als erwartet (ca. 5 km Strecke!) und wir sind schon nach einem Cache nachhause gefahren zum Mittagessen. Es gab Rosmarin-Kartoffeln und eine Schnitzelpfanne nach einem Rezept aus den 70er-Jahren - superlecker!
Nach dem Mittagessen habe ich mich um das dritte Rätsel, die Bitfolge gekümmert. Mit Excel kann man schön  prüfen, ob sich darin ein eindimensionaler oder zweidimensionaler Barcode verbirgt - aber damit hatte ich keinen Erfolg. Dann hatte ich wohl eine gute Idee, wie ich aus der Reaktion von Klaus entnehmen konnte. Eine alte Technik, mit der wir beide noch praktisch in Berührung  gekommen sind. Aber Klaus wäre nicht Klaus, wenn er da nicht noch einen Twist eingebaut hätte (ist in den Hinweisen im Aufgabenzettel zu finden).
Zur ersten Aufgabe erhielt ich nun weitere Tipps (die Caches dafür haben wir nach dem Rätseln erledigt) und schließlich kam ich auf eine überraschende und amüsante Lösung.

Zum Abschluss gab es noch einmal Bratapfelkuchen und Zeit zum Klönen. Danach haben wir bei beginnender Dunkelheit noch 2 Caches besucht, die ich mir per Mail vorab gewünscht hatte: Damit konnte ich meine 81er-Matrix aller Kombinationen aus Difficulty- und Terrainwertung von Caches weiter vervollständigen, jetzt fehlen nur noch zwei Kombinationen.
Das war ein toller Tag, mit Zeit zum Klönen, leckerem Essen, amüsanten Rätseln und einem Riesenschritt in meiner Cacher-Statistik! Vielen Dank dafür an Gabi und Klaus!

Anmerkung:
Dieser Eintrag wurde nacherfasst am 25.3.2018.
Als ich die korrekte Lösung auf der Webseite eingab, erwartete ich ja, die Kontaktinfos für die nächste Rätselstation zu erhalten. Stattdessen gab es aber einfach nur ein neues Rätsel! Das hat mir zunächst einen großen Schreck eingejagt, denn da könnten ja jetzt mehrere 100 weitere Rätsel auf mich warten! Als ich gegen 22 Uhr wieder zuhause war, habe ich das Rätsel gelöst und als nächstes wieder Kontaktinfos erhalten. Diesmal mit einem Smiley, das könnte bedeuten, dass ich dem Finale nahe bin!

Sonntag, 11. März 2018

Hustenkonzert

Diese Woche war ich krank und es war ziemlich unklar, ob Dörte und ich wie geplant nach Braunschweig zum Rätseln fahren sollten. Es stellte sich jedoch heraus, dass Joachim und Brigitte ebenfalls an starkem Husten litten und die Ansteckungsgefahr deshalb keine Rolle spielte. Also haben wir uns am Samstag zu einem gemeinsamen Hustenkonzert verabredet.

Naja, genau genommen sind die Frauen zum Shoppen losgezogen, während Joachim mit mir zum Markt ging und mir die erste Aufgabe zum Aufwärmen stellte: Wie lang ist eigentlich die Braunschweiger Elle? Erst wollte ich Joachims Ellenbogen vermessen, aber das hätte wohl nicht gereicht. Am Altstadtmarkt gibt es aber eine öffentlich zugängliche Elle zum Nachmessen. Es fühlt sich an wie die mittelalterliche Version des Scanners im Supermarkt, an dem man den Preis kontrollieren kann.
Die nächste Aufgabe der Rätselkette hatte es dann schon in sich:
Judith hat nichts zum Ablegen des Kopfes. Finde das Goban im Haus, um ihr zu helfen.
So viel sei verraten: Es war nicht Judiths eigener Kopf, den sie ablegen wollte. Die Geschichte ist weltbekannt und häufig bildlich dargestellt worden, eines der berühmteren Bildnisse befindet sich in Braunschweig im Museum.

Joachims Lokalstolz kam jetzt durch: Er konnte nicht umhin zu betonen, dass dies Museum weltweit eines der ersten öffentlich zugänglichen Museen für moderne Kunst gewesen sei. Man hätte fast denken können, er hätte es selbst gebaut!

Judith war schnell gefunden, das Go-Brett, was recht klein dargestellt war, dauerte dagegen etwas länger. Ich fand den Rundgang sehr interessant, obwohl der Besuch von Gemäldegalerien jetzt nicht gerade mein Hobby ist. Die Perspektiven und die Licht- und Schattenspiele sind das Spannende und Unterschiedliche. Komisch fand ich, dass man Bilder wiedererkannt zu haben glaubte (meist Portraits von Männern in schwarzen Roben), es sich aber gar nicht um bekannte Maler handelte. Diese Portraits sehen irgendwie alle ähnlich aus.

Nach dem Museumsbesuch hat Joachim  mir noch alle anderen Plätze der Stadt gezeigt. Als wir zurückkamen, waren die Frauen auch gerade vom Shoppen zurück. Meine Töchter haben in einer spontanen Abstimmung Outfit Nummer 2 für chicer gekürt.
Die restlichen Aufgaben sollten sich vom Sofa aus lösen lassen. Brigitte hatte sich Gedanken gemacht über die Verbindung zwischen Literatur und Zahlen. Das fiel mir schwerer als gedacht, beispielsweise fand ich es nicht leicht, die besondere Bedeutung der Zahl 4340 im Zusammenhang mit einem literarischen Werk, das jung und alt erfreut, zu erkennen. Merkwürdigerweise soll Dörte im ersten Satz die Antwort quasi schon gesagt haben, aber ich habe 2 Stunden lang nicht auf sie gehört.

Das nächste Rätsel befasste sich mit einem chinesischen Gedicht aus der Tang-Zeit:
Zur ersten Frage (was hat das mit der Zahl 149 zu tun?) hatte ich sofort die Antwort. Die zweite Frage, aus welchen Unterbestandteilen das letzte Wort zusammengesetzt war, habe ich auch mit googeln nicht ganz rausbekommen. Ich landete immer beim Radikal 58, welches einen Schweinerüssel darstellen soll. Das passte inhaltlich aber nun gar nicht und Brigittes Erklärung, die man hier findet, ist viel schöner.

Passend zu dieser Aufgabe sind wir in einem Imbiss chinesisch essen gegangen. Hier wird original chinesisch gekocht und ich fand die Suppe ganz schön scharf. Mit der Zeit gewöhnte ich mich aber daran und fand es echt lecker.

Das letzte Rätsel von Brigitte drehte sich um den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis der Stadt Braunschweig. Spätestens jetzt waren wir alle schon im Klugsch...-Modus angekommen: So wusste ich z. b. beizusteuern, dass Wilhelm Raabe in Eschershausen geboren wurde. Bei der Recherche kamen dann auch lustige Anekdoten über Wilhelm Raabe hoch:
  • Aufdringliche Rundfragen waren dem Dichter zuwider. So antwortete er einmal auf die Frage, welche Bücher für seinen Werdegang von grundlegender Bedeutung gewesen seien: "Das meiste verdanke ich dem Kochbuch meiner Mutter und dem Sparkassenbuch meiner Frau."
  • Als Wilhelm Raabe einem Zeitschriftenverleger ein Manuskript zur Veröffentlichung übersandt hatte, sagte ihm jener: «Zahle Honorar rar!» Raabe replizierte schlagfertig: «Liefere Beiträge träge!»
Ich sollte die Zahl 1959 mit dem Literaturpreis in Verbindung bringen. Nach den ersten Erfahrungen mit Brigittes Verbindungen zwischen Literatur und Zahlen habe ich ziemlich viel für möglich gehalten. Ziemlich nah dran war z. B. der Durchschnitt über das Geburtsjahr der Preisträger mit 1959,923. Das traf es aber eben nicht genau und gerundet wäre es ja 1960.

Als ich dann eine Primfaktorzerlegung des gewünschten Ergebnisses machte, fing Brigitte an zu lachen und Joachim meinte nüchtern, dass ich mich auf Operationen einer Abelschen Gruppe bei den Berechnungen beschränken könnte. Woraufhin wir beide den frühen Tod des berühmten norwegischen Mathematikers bedauerten. Klugsch...-Modus halt.

Am Ende hatte ich die Berechnungsformel dann raus und ich durfte mich der letzten Aufgabe widmen. Es drehte sich um das Modell der Altstadt von Braunschweig um das Jahr 1671, welches mir Joachim am Vormittag gezeigt hatte. Brav zählte ich aus dem Gedächtnis alle Kirchen auf, aber Joachim wollte auf etwas anderes hinaus: Die Schanzanlagen an den Umflutungsgräben. Diese sind nach einem Vorbild gestaltet, das wir vor über 8 Jahren mal besucht haben und der Name dieses Ortes ist das Lösungswort.

Meine Erinnerung war scharf und gemeinsam konnten Joachim und ich Dörte klarmachen, dass sie damals auch dabei gewesen war. Sie verdächtigt mich ja immer, dass ich ihr Erinnerungen einrede. Das Lösungswort habe ich jedenfalls sofort ausprobiert und jetzt weiß ich, dass ich als nächstes nach Flensburg reisen darf.

Wir haben dann noch ein wenig geklönt (fast mehr gehustet als geklönt) und sind relativ früh ins Bett gegangen. Heute früh haben wir das schöne Wochenende mit einem gemütlichen Frühstück beim Sonntagsrätsel ausklingen lassen. Vielen Dank für das schöne Wochenende, Joachim und Brigitte! Und werdet schnell gesund!

Freitag, 16. Februar 2018

Kahnfahrt im Mondschein

Heute waren Dörte und ich bei unseren Nachbarn Sabine und Wim zum Rätseln eingeladen. Der Abend begann mit dem Besuch von Sabines und Wims Enkelkindern: Lotti kann aus Knetgummi leckere Erdbeertörtchen mit Sahne zaubern. Noch besser essbar und vor allem echt lecker war dann aber die reale Pizza, die es zum Abendessen gab.

Dörte drängte dann darauf, dass mir die Aufgabe gestellt wurde. Gesucht wurde ein Begriff aus der Ausbildung zum Krankenpfleger oder Mediziner. Es funktionierte wie das bekannte Initialenraten, d. h. ich durfte Fragen stellen, die mit Ja oder Nein beantwortet wurden.

Dörte wurde mehrfach zum Schweigen ermahnt, denn schließlich war es ja mein Rätsel! Irgendwann erreichte ich den Punkt, dass ich im Internet nachschlagen wollte. Und von da an waren es nur noch Sekunden, bis ich ein "Ja, das ist es!" hörte. Mediziner werden aus dem Titel dieses Blogeintrages schon ableiten können, worum es ging. Ansonsten kann man hier weitere Hinweise erhalten ...

Das war eine nette Idee und ein netter Abend, danke Sabine und Wim!

Donnerstag, 8. Februar 2018

Nochmal Sonnenaufgang

Vom ersten Rätsel ist ja noch eine Frage offen geblieben: War Norberts Rechnung korrekt, dass das Foto um 7:52 Uhr geschossen wurde? Oder war es doch 7:54 Uhr und die Uhr des Fotografen ging falsch, wie ich es vermutete.

Heute war der Tag, um das zu klären, denn heute war die Konstellation am nächsten dran zu der Konstellation der Aufnahme am 8.2.2015. Der Unterschied beträgt ungefähr 0,05 Grad im Horizontalwinkel, weil wir jetzt 2 Jahre vor einem Schaltjahr sind und 2015 nur ein Jahr vor einem Schaltjahr lag. Außerdem war heute - wie in den letzten Tagen - gutes Wetter angesagt.

Um 7:30 Uhr trafen wir uns an der Hotelrezeption des Süllberghotels. Dörte hatte sich um 5:45 Uhr spontan entschieden, das Weiterschlafen einem Sonnenaufgang vorzuziehen. An der Rezeption des Hotels bekommt man gegen Hinterlegung des Ausweises den Schlüssel zum Turm. Wir waren also in der Morgendämmerung rechtzeitig an Ort und Stelle.
Leider war es zum Horizont hin doch ein wenig bewölkt und wir konnten den eigentlichen Sonnenaufgang deshalb nicht sehen. Hier kommen ein paar Bilder mit Uhrzeiten (ich hatte meine Uhr extra mit www.uhrzeit.org abgeglichen).
7:53:09

7:54:00

7:54:06

7:54:16

7:54:38

7:54:51

7:55:04

7:57:07
Man sieht, dass der Fotograf wirklich Glück mit dem Wetter gehabt haben muss. Aber es ist wohl wahrscheinlich, dass seine Uhr um etwa 2 Minuten nachging ...

Sonntag, 4. Februar 2018

Vornamen

Dieses Wochenende bin ich bei Burkhard und Susanne in Rüsselsheim zu Gast. Das Rätsel hatte Burkhard schon seit mehr als 11 Monaten fertig und musste es inzwischen wegen des langen Zeitraums sogar noch einmal anpassen. Ich war ziemlich gespannt, denn Burkhard und Bernd hatten gegenseitig ihre Rätsel bereits im Februar 2017 getestet und Bernd hatte bei meinem Besuch in Erlangen berichtet, dass er länger zum Lösen benötigt hätte als Burkhard für das Ook-Rätsel gebraucht habe. Ich habe wohl ziemlich verwundert geguckt, als ich jetzt nur eine Liste mit 62 Vornamen erhielt.

Die Liste war alphabetisch sortiert, die Reihenfolge spielte also vermutlich keine große Rolle. Ich habe dann angefangen,  nach den ungewöhnlichen Vornamen zu googeln und schnell zeigte sich eine Tendenz: Es waren alles Romanfiguren. Burkhard schlug dann vor, das Rätseln in seinem Arbeitszimmer fortzusetzen. Dort standen nämlich viele (eigentlich fast alle) der ergoogelten Bücher im Regal.

Wie man sich denken kann, war die Lösung der eine Vorname, der auf der Liste fehlte. Ein bisschen Fleißarbeit gehörte nun dazu, diesen Namen zu ermitteln: Teils ging es mit Wikipedia recht schnell und manchmal war auch ein Blick ins Buch notwendig. Schade, dass Dörte nicht mitkommen konnte, sie hätte auch viel Spaß dabei gehabt. Eine große Hilfe wäre sie aber wohl nicht gewesen, denn sie hätte sich sofort festgelesen.

Burkhard hat sich als Bibliothekar geoutet: Er brachte mir die zu betrachtenden Bücher auf Anforderung in einem Affenzahn - er hat sein Bücherregal im Griff! Nach etwa 3 Stunden, unterbrochen von Tee und leckerem Kuchen, war das Rätsel gelöst. Das war eine schöne Idee, es hat Spaß gemacht. Und über Geburtstagsgeschenke für Dörte brauche ich jetzt erst einmal nicht mehr zu grübeln ...

Abends stieß Anna, eine Freundin von Burkhard und Susanne, dazu und wir haben bei leckerem Abendesssen über Go-Kongresse, Konfluenzpunkte, Geocachen und vor allem über das Reisen geklönt. Heute geht es noch ein wenig Geocachen und dann fahre ich mit dem Zug wieder nachhause. Danke an Burkhard und Susanne für das schöne Wochenende!


Freitag, 19. Januar 2018

Ω = 42

5 Tage habe ich gebraucht, bis ich zu dieser Lösung gekommen bin. 42, die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest, da hätte ich auch früher draufkommen können. Das meinte jedenfalls Dörte ...

Die Formel hexadezimal auszuwerten war kein großes Problem. Ich kam damit auf 1FD6085D7BA77420A7F600D825E6785 (hexadezimal) oder 2644836816426492714330131537535592325 (dezimal).
Beides war aber nicht die Lösung, da musste noch was Spezielles dahinterstecken. An dieser Zahl konnte ich aber nichts Besonderes entdecken:
  • Ich habe die Hexadezimal-Darstellung als Dateiinhalt interpretiert. Es hätte ja ein kleines Bild sein können. Erfolglos.
  • Ich habe beide Ziffernfolgen auf Regelmäßigkeiten und Muster untersucht - aber daraus bin ich nicht schlau geworden.
  • Für EAN-Codes (die Codes auf den Produkten an der Supermarktkasse) waren die Ziffernfolgen zu lang.
Ich mailte meine Erkenntnisse an Björn und er meinte nur, ich wäre nahe dran und ich würde nur eine Kleinigkeit in der Formel übersehen. Ich guckte auf die Formel und dachte: Na klar!
 Ω(<Ausdruck>)*2+1
Das Omega könnte ja zur Formel gehören! Nach etwas Suchen fand ich in der englischen Wikipedia, dass Ω(n) in der Zahlentheorie genutzt wird, um die Anzahl der Primfaktoren von n zu bezeichnen. Also habe ich ein Programm geschrieben und schnell ermittelt:
1322418408213246357165065768767796162
= 2*97*6816589733057970913221988498803073
Ob 6816589733057970913221988498803073 eine Primzahl ist, weiß ich nicht. Aber wenn sie einen Teiler hat, dann ist der größer als 100 Millionen und damit konnte ich die Größe von Ω(<Ausdruck>) ganz gut abschätzen: Es muss 3,4 oder 5 sein. Aber auch dieses führte nicht zur Lösung.

Björns Antwort auf meinen Bericht:

Vergiss Omega. Das ist Prosa.
Primzahlen falscher Weg.

Hinweis: Welche Rechenoperationen sind in der Formel? Was wird damit erreicht?


Welches Detail sollte ich also übersehen haben? *, +, (, ) waren eindeutig, das Ω gehörte nicht dazu, Hexadezimalziffern waren richtig - da blieben nur noch die eckigen Klammern. Die hätte man auch als Array-Index interpretieren können, aber hier gab es ja gar keinen Array. Meine Überlegungen in diese Richtung müssen Björn fast wahnsinnig gemacht haben!

Heute habe ich Björn angerufen und er hat mich aufgefordert, die Zahl in Binärdarstellung aufzuschreiben und die Ziffern zu zählen. Das ergab plötzlich Sinn und der Rest war Fleißarbeit:

1111111010110000010000101110101111011101001110111010000100000101001111111011000000000110110000010010111100110011110000101

Das sind 121 Ziffern, eine Quadratzahl. Man kann sie also auch im 11*11-Raster aufschreiben:

1 1 1 1 1 1 1 0 1 0 1
1 0 0 0 0 0 1 0 0 0 0
1 0 1 1 1 0 1 0 1 1 1
1 0 1 1 1 0 1 0 0 1 1
1 0 1 1 1 0 1 0 0 0 0
1 0 0 0 0 0 1 0 1 0 0
1 1 1 1 1 1 1 0 1 1 0
0 0 0 0 0 0 0 0 1 1 0
1 1 0 0 0 0 0 1 0 0 1
0 1 1 1 1 0 0 1 1 0 0
1 1 1 1 0 0 0 0 1 0 1

Da kann man doch Strukturen erkennen, oder? Ich hielt es zuerst für eine Position in Conways Game of Life . Das erwies sich aber schnell als Irrtum. Bei der grafischen Darstellung, wobei eine 1 durch einen schwarzen Block und eine 0 durch einen weißen Block dargestellt wurde, entdeckte ich die Ähnlichkeit zu einem QR-Code:

Mit etwas Recherche war schnell klar, dass es sich um einen Micro-QR-Code mit der Breite 11 handelt. Jetzt nur noch schnell mit dem Handy scannen und fertig, dachte ich. Probiert es ruhig mal, die meisten QR-Code-Apps beherrschen leider keinen Micro-QR-Code. Ich habe 4 verschiedene Apps sowie 3 Online-QR-Code-Reader ausprobiert und hatte keinen Erfolg. Deshalb habe ich mich an das Entschlüsseln per Hand gemacht (siehe diese Informationen), aber es mangels exakter Spezifikation nicht vollständig geschafft. Schließlich hat nach 3 Stunden QR-Code-Fummelei ein heruntergeladenenes Windows-Programm die Arbeit übernommen:

Anmerkung:
Dieser Eintrag wurde nacherfasst am 23.1.2018.

Montag, 15. Januar 2018

Gewürze und Knobeleien

Gestern waren Dörte und ich bei Elke und Björn zum Rätseln eingeladen. Kurz nach 11 Uhr trafen wir uns zum Brunch in dem Lokal, in dem Elke letztes Jahr ihren runden Geburtstag gefeiert hatte. Elke und Björn waren vorher noch nie zum Brunch hier und wir als Reinbeker natürlich auch nicht. Man kann das sehr empfehlen - das Buffet war superlecker und die Atmosphäre so, dass man sich gut unterhalten konnte. Thema war zunächst nicht das Rätseln, sondern unsere Trainingswanderung vom Tag zuvor.

Gegen 13 Uhr wurde es dann aber ernst: Wir siedelten in Elkes und Björns Wohnung um und ich wurde mit etwas konfrontiert, was ich überhaupt nicht erwartet hatte: Elke hatte ein Gewürzrätsel vorbereitet!

Auf dem Tisch standen 24 Schälchen mit verschiedenen Gewürzen und es reichte nicht, das gesuchte Gewürz durch Google herauszufinden. Ich musste durch Riechen oder Schmecken auch herausfinden, in welchem Schälchen sich das Gewürz befand, damit ich die entsprechende Nummer für die Lösung notieren konnte.

Am schwierigsten war die Suche nach 4 Gewürzen, die in einem englischen Liebeslied vorkommen. Zum Glück hat Dörte mich unterstützt und so waren wir nach etwa 90 Minuten fertig. Genauer gesagt: Wir waren mit Elkes Aufgaben fertig. Denn jetzt kamen die von Björn vorbereiteten Knobeleien an die Reihe. Das war nichts für Dörte, sie hat sich nach dem Kaffee trinken mit selbst gebackenem Kuchen mit Elke zum Video-Gucken zurückgezogen. Die beiden schmachteten Cary Grant in "Jede Frau braucht einen Engel" an, während ich mir den Kopf über neue Sudokuformen zerbrach, die nur mit Buntstiften zu lösen waren.
Das Knobeln zog sich ganz schön hin. Björn hat gegen 21 Uhr noch was vom Asia-Imbiss geholt, damit wir nicht verhungerten. Als wir uns gestern Abend gegen 22:30 Uhr verabschiedeten, waren immer noch 2 Rätsel übrig. Zum Abschied gab Björn mir den Zettel mit der finalen Lösungsformel mit - nicht ohne vorher genau meine bisherigen Teilergebnisse zu kontrollieren, weil die Formel sonst nicht funktioniere.
Irgendwas Besonderes muss da also dran sein, obwohl es nur wie eine ganz normale hexadezimale Rechnung aussieht. Ich habe jedenfalls noch eine Nachtschicht eingelegt und war heute früh um 1:30 Uhr mit den letzten beiden Rätseln fertig. Um die Formel kümmere ich mich morgen!

Anmerkung:
Dieser Eintrag wurde nacherfasst am 22.1.2018.

Montag, 1. Januar 2018

Pole pole!

An diesem Neujahrswochenende wollte ich nach den Teilerfolgen auch das ganze Rätsel lösen. Wenn man mit einem Buch, einer definierten Textstelle und einem Blatt voller Zahlen dasteht, dann kommt man mit ein wenig Recherche schnell auf die Vermutung, dass es sich um die Beale-Chiffre handelt.

Dahinter steckt eine abenteuerliche Geschichte von einem Schatz, den ein gewisser Thomas J. Beale in den Jahren 1820/22 versteckt haben soll. In insgesamt 3 verschlüsselten Botschaften hat er den Schatz und vermutlich seinen Lageort beschrieben. Von diesen 3 Botschaften konnte man bis heute nur die zweite entschlüsseln, wobei die Nummern in die Anfangsbuchstaben des soundsovielten Wortes der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung übersetzt wurden. Niemand weiß bis heute, welchen Text man für die Entschlüsselung der anderen beiden Botschaften braucht. Deshalb weiß man bisher auch nur was in dem Schatz vergraben ist, aber nicht, wo der Schatz liegt!
Aufgrund der Vermutung einer Beale-Chiffre habe ich schnell den Anfang des Kapitels mit der Textstelle abgeschrieben. Mit ein wenig Excel konnte ich dann schnell einen Entschlüsselungsversuch nach Beale starten. Leider zunächst ohne Erfolg. Obwohl ich 6 Varianten probiert habe: Start bei der Überschrift oder beim Kapitelanfang oder bei der Textstelle und Trekking-Stöcke als ein oder zwei Worte.

Da ich mir eigentlich sicher war, dass es sich um eine Beale-Chiffre handelte, mailte ich mein Ergebnis noch kurz vor dem Aufbruch in den Silvesterurlaub an Kai. Er und Nathalie fragten sich, was schief gelaufen sei (sie hatten ihr Exemplar des Buches an mich verliehen). Kurz darauf fand ich den Fehler: Ich hatte ziemlich am Anfang des Kapitels einen Satz schlicht vergessen und dadurch hat sich alles verschoben. Ich erhielt jetzt folgenden Text:

LiebeRJAnwirwuenScHEnDiRallesGutEzumgeBUrTsTaGaUchwenneSJeTzTveRmUTLichschOnLangenacHTRaeGlicHistnUnhAstdüjaEinEnteiLdEsRaeTsElsschongeloestUnddAnnveRmUtlichauchdieHOmMAgeAnUnseREnToLLengemeiNSAMenkiLiManJaRouRlAubErkAnntferTiGbistduAllErDinGsnochnichtUNteRdeRUrlwwwPUnKthUfEnbacHPunktccSlAshJAnscachegEhteswEiterviELeRFolg

Einerseits freute ich mich, den dritten Teil auch gelöst zu haben. Andererseits wartete ein neues Rätsel auf mich unter www.hufenbach.cc/janscache. Als erstes wartete dort die folgende Frage auf mich:

"Wie lautete die Begründung für langsamen Seitenaufbau auf der Webseite der TK am 12. Dezember 1996?"

Wie sollte ich das am Wochenende beantworten, ohne an meinem Arbeitsplatz bei der TK zu recherchieren? Ja, ich erinnerte mich, dass wir im Dezember 1996 Antwortzeitprobleme in unserem System hatten und ich deshalb sogar Dörte und die Kinder beim Weihnachtsmärchen im Ohnsorgtheater versetzt hatte. Aber das war TKeasy, unser System für die Mitarbeiter, und nicht unser Internetauftritt.

Ich fragte mich dann, wo Kai und Nathalie die Antwort gefunden haben könnten. Sie waren damals ja vermutlich noch im Grundschulalter und hatten sicherlich noch nichts von der TK gehört. Dann fiel mir das Internet-Archiv ein. Dort werden regelmäßig viele Websites gesichert, damit sie der Nachwelt erhalten bleiben.
Ich fand dort auch den Snapshot einer Webseite der TK aus dem Dezember 1996 - noch unter der alten Adresse www.tk-online.de:
Als ich dort auf Hilfe und dann auf "World Wide Wait?" klickte, hatte ich meine Antwort. Als nächstes erwartete ich eine ähnlich Frage. Stattdessen erhielt ich die Aufforderung "Break the code!"

Ich fragte bei Kai an, ob ich wirklich den Code auf www.hufenbach.cc analysieren und brechen sollte und er antwortete, dass mir sein Webserver sonst wohl nicht das Lösungswort verraten würde. Inzwischen war es schon Samstagabend und ich schaffte es nur noch, ein paar Debug-Versuche zu machen aber keinen ernsthaften Angriff (für die Nicht-Techniker: Drückt mal F12 im Browser, wenn Ihr wissen wollt, was wirklich unter der Haube im Browser passiert!).

Ich war mit Dörte über das  Wochenende nach St. Michaelisdonn gefahren, damit sie bei etwas Nordseeluft endlich ihre Erkältung los wird. Der Ort war ein wenig trostlos, das Zimmer auch und draußen roch es nach Pferdemist. Das war trotzdem OK, denn wir sind Silvester nach Friedrichskoog und Büsum gefahren und ansonsten hat Dörte sich gesund geschlafen. Dadurch hatte ich am Silvesternachmittag und -abend viel Zeit, mir den Code anzusehen. Hier mal ein Ausschnitt:

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Man nennt das obfuskierten Code, also bewusst unleserlich gemachten Code. Damit will man verhindern, dass Leute, die den Programmcode ausführen können, ihn auch kopieren und modifizieren können. Zusätzlich gab es 2 Funktionen, die völlig abgefahrene Zeichenkombinationen wie diese enthielten:

var key = aesjs.util.convertStringToBytes((![]+[])[+!+[]]+[!+[]+!+[]]+[!+[]+!+[]+!+[]+!+[]+!+[]+!+[]+!+[]+!+[]]+([][[]]+[])[!+[]+!+[]]+(![]+[])[!+[]+!+[]+!+[]]+(+(!+[]+!+[]+!+[]+!+[]+[+[]]))[(!![]+[])[+[]]+(!![]+[][(![]+[])[+[]]+([![]]+[][[]])[+!+[]+[+[]]]+(![]+[])[!+[]+!+[]]+(!![]+[])[+[]]+(!![]+[])[!+[]+!+[]+!+[]]+(!![]+[])[+!+[]]])[+!+[]+[+[]]]+(+![]+([]+[])[([][(![]+[])[+[]]+([![]]+[][[]])[+!+[]+[+[]]]+(![]+[])[!+[]+!+[]]+(!![]+[])[+[]]+(!![]+[])[!+[]+!+[]+!+[]]+(!![]+[])[+!+[]]]+[])[!+[]+!+[]+!+[]]+(!![]+[][(![]+[])[+[]]+([![]]+[][[]])[+!+[]+[+[]]]+(![]+[])[!+[]+!+[]]+(!![]+[])[+[]]+(!![]+[])[!+[]+!+[]+!+[]]+(!![]+[])[+!+[]]])[+!+[]+[+[]]]+([][[]]+[])[+!+[]]+(![]+[])[!+[]+!+[]+!+[]]+(!![]+[])[+[]]+(!![]+[])[+!+[]]+([][[]]+[])[+[]]+([][(![]+[]) ...

Diese Kombinationen aus den Zeichen ()[]+! waren seitenlang. Wenn ich runterscrollte, ergaben sich Effekte optischer Täuschung, denn es gab plötzlich Farbränder! Und das sollte ich alles verstehen?
Nein, das musste auch anders gehen!  Jetzt wollte ich Kai mit seinen eigenen Waffen schlagen!

Durch das Debuggen hatte ich schon herausgefunden, dass im Prinzip nur 2 Bytes, die sich aus der Antwort berechnen ließen, an den Server übertragen wurden. Das gab also nur 65536 Möglichkeiten, die konnte ich doch einfach durch ein Skript absetzen lassen und dann die Serverantworten auf meiner Festplatte speichern und durchsuchen. Ganz so leicht hat es mir Kai aber nicht gemacht: Die beiden Bytes waren mit viel Sicherheitsbrimborium aufgepeppt, damit der Webserver prüfen kann, ob hier jemand geschummelt hat. So ein Request sah ungefähr so aus:

answer=gxLx8rcl6l7lorNxVgVwyA==U1NVWQ==

Wenn man für dieselben 2 Bytes noch einmal den Server anfragte, dann sah der Request schon wieder anders aus, weil ein Zufallswert in die Berechnung einfloss. Ich habe nun die Berechnungsvorschrift für das Ermitteln der 2 Bytes aus der Antwort auf etwas ganz Einfaches geändert und dann einfach Kais Original-Sicherheitsbrimborium aufgerufen. Frei nach dem Motto: Ich versteh es nicht, aber Kai wird schon dafür gesorgt haben, dass der Server das als richtig anerkennt.  Jetzt konnte ich gezielt alle 65536 möglichen Requests erzeugen.

Der Rest war Fleißarbeit: Die Rechenpower meines Notebooks war nicht sehr groß, ich musste deshalb das Skript in 16 Blöcken zu je 4096 möglichen Eingaben erzeugen. Das bedeutete jeweils 3 Minuten Dödelarbeit und dann 15 Minuten Warten - perfekt für einen Silvesterabend mit kranker Frau im Bett, Picknick im Gästezimmer und Dinner for One, Charlie Chaplin und Ohnsorg im Fernseher. Es war ein spezielles Silvester, das wir nicht so schnell vergessen werden.

Um 1 Uhr früh war mein Skript erstellt und ich habe es gestartet, bevor ich mich schlafen legte. Gegen 7 Uhr am Neujahrsmorgen war es fertig und ich habe die 65536 Ergebnisdateien auf meiner 
Festplatte nach der Größe sortiert. Es gab genau 2 Dateien mit abweichender Größe: "Break the code!" und die Lösung!

So ganz eindeutig war die Lösung dann doch nicht: Zuerst habe ich ein Lösungswort mit 58959 Bytes Länge versucht. Ich hätte lieber gleich die einfache Variante mit einer Länge von 16 Bytes versuchen sollen ...

Das war bisher das komplexeste Rätsel, danke an Kai und Nathalie. Der Bezug zu unserem gemeinsamen Urlaub in Afrika hat mir sehr gefallen. Als Gruß sage ich nur 5895 x pole pole

Anmerkungen:
Dieser Eintrag wurde nacherfasst am 5.1.2018.
Bei dem gruseligen Code aus den Zeichen ()[]!+ handelt es sich um JSFuck, eine esoterische Programmiersprache, die gültiges Javascript ist!

Freitag, 29. Dezember 2017

Autoschlüssel

Vor Weihnachten hatte ich nicht richtig Zeit, mich um den Buchstabenteil des Rätsels zu kümmern. Ich hatte schon längst diverse Codes probiert, zunächst natürlich die Cäsar-Verschlüsselungen (Verschiebung der Buchstaben im Alphabet um 1 bis 25 Buchstaben), dann regelmäßig arithmetisch verschobene Cäsarverschlüsselungen (erster Buchstabe um 1 verschoben, zweiter Buchstabe um 2 verschoben, ...) aber auch andere Verfahren. Nichts davon ergab irgendeinen Sinn.
Besonders trieb mich die komische Verteilung der Klein- und Großbuchstaben um. Eine denkbare Erklärung war, dass Kai und Nathalie 52 Buchstaben (groß und klein) verwendet haben und dieses Alphabet so verschoben wurde, dass statistisch mehr Groß- als Kleinbuchstaben herauskamen. Da ich aber keine typischen Häufungen bestimmter Buchstaben (z. B. als Ersatz für "e") finden konnte, mussten es je nach Position unterschiedliche Ersetzungsalphabete sein. Diese könnten durch Schlüsselwörter gesteuert sein ("B" im Schlüsselwort bedeutet Verschiebung um 2, "C" bedeutet Verschiebung um 3 usw.). Diese Idee habe ich getestet, indem ich annahm, dass bestimmte Worte im Text vorkamen - z. B. "Kilimanjaro". Mit der Annahme kann man aus dem Chiffrat den Schlüssel errechnen - aber dort ergab sich kein erkennbares System.

Als ich noch vor Weihnachten bei der Arbeit mittags mit Kai über die komische Verteilung der Klein- und Großbuchstaben sprach und ich meine Versuche erläuterte, verriet er etwas: Man müsse halt wissen, wie die Buchstaben entstanden seien. Und ja, ein Erraten von Wörtern in der Mitteilung könnte helfen. Es wäre kein OneTimePad (= Schlüssel, der genauso lang wie die Message ist - auch theoretisch unknackbar). Da wusste ich, dass ich einen Schlüssel finden musste.

Weitere Recherchen zeigten mir dann, dass die von mir vermutete Verschlüsselung als Vigenére-Verschlüsselung bekannt war. Die funktioniert mit dem Vigenére-Quadrat:


Wenn man einen Text wie "Lieber Jan, hier ist die Loesung" mit dem Schlüssel "HEUTE" verschlüsseln will, geht man wie folgt vor:

HEUTEHEUTEHEUTEHEUTEHEUTEH
LIEBERJANHIERISTDIELOESUNG

Man schreibt den Schlüssel über den Text und wiederholt ihn, bis über jedem Buchstaben der Message auch ein Schlüsselbuchstabe steht. Jetzt sucht man jeweils den Schlüsselbuchstaben in der ersten Spalte und den Originalbuchstaben in der ersten Zeile des Quadrats. Der Schlüsselbuchstabe bestimmt die Zeile und der Originalbuchstabe die Spalte. Dort, wo die beiden sich treffen, steht der Buchstabe für den verschlüsselten Text. Für den ersten Schlüsselbuchstaben "H" und den ersten Originalbuchstaben "L" ergibt sich also der Geheimtextbuchstabe "S".

Dieser Code galt für 300 Jahre als nicht zu entschlüsseln, aber schließlich hat man doch Angriffspunkte gefunden. Diese resultieren daraus, dass sich der Schlüssel wiederholt. Die entsprechenden Analysen führten aber bei mir noch nicht zu greifbaren Ergebnissen.

Gestern habe ich Kai dann erzählt, dass ich eine Vigenére-Verschlüsselung vermute. Er meinte, ich wäre nah dran. Aber die Vigenére-Verschlüsselung stamme doch gar nicht von Blaise de Vigenére, sie sei nur nach ihm benannt. Ich möge einmal recherchieren, was Blaise de Vigenére noch zusätzlich erfunden habe. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen: Unter anderem hat Blaise de Vigenére den Autoschlüssel vorgeschlagen. Nach diesem Verfahren würde man wie folgt vorgehen:

HEUTELIEBERJANHIERISTDIELO
LIEBERJANHIERISTDIELOESUNG

Man beginnt mit dem Schlüssel "HEUTE" und nimmt als Verlängerung des Schlüssels den Text des Originals. Das Verfahren mit dem Quadrat bleibt dabei dasselbe.

Heute früh hat mir Kai bestätigt, dass es sich um eine solche  Vigenére-Autokey-Verschlüsselung handelt. Heute Abend habe ich mich dann mit dem "Willen zum Entschlüsseln" daran gemacht. In der englischen Wikipedia habe ich eine gute Anleitung für einen Angriff mit vermutetem Inhalt gefunden. Ich probierte viele Worte durch (Kilimanjaro, ein, die, Jan, diese, ...) - aber ich hatte keinen Erfolg. Im Internet fand ich eine andere Anleitung, die auch ein Skript in der Sprache Python enthielt. Dieses Skript brachte ich zum Laufen - allerdings mit englischen Statistiken über Buchstabenverteilungen. Trotzdem zeigte die Ausgabe in Zeile 11 fast deutschen Text an:
Die Buchstabenfolge "noch nic" sprach mich an, denn so etwas wie "Du bist noch nicht fertig" konnte ich mir bei Kai und Nathalie gut vorstellen. Mit diesen vermuteten Worten aus der Originalmessage fiel mir die Entschlüsselung leicht und binnen 5 Minuten hatte ich folgenden Text:

ES IST ALLERHOECHSTE ZEIT ZU GEHEN UND ICH TUE GUT DARAN MICH NOCH NICHT IN FALSCHER SICHERHEIT ZU WAEHNEN

Na toll, das sieht so aus, als ob ich mit dem Buchstabenrätsel noch nicht durch bin. Den Zwischenerfolg habe ich aber schon mal an Kai gemailt - weil ich mich eben noch nicht in Sicherheit wähnte. Ich rätselte jetzt weiter an der Bedeutung der Verteilung der Klein- und Großbuchstaben herum - bis von Kai eine Antwort kam, dass ich das Buchstabenrätsel doch schon gelöst und den Text gefunden hätte. Und dann war es klar: Auf Seite 91 des Buches stand genau diese Text-Passage. Beschrieben wurde dort der Moment vor dem Abstieg vom Uhuru Peak, dem Gipfel des Kilimanjaro. Jetzt weiß ich, wo ich die Zahlen von der Glückwunschkarte anwenden soll!

Anmerkungen:
Dieser Eintrag wurde nacherfasst am 4.1.2018.
Ich musste eine ältere Python-Umgebung herunterladen und installieren, um das Skript zum Laufen zu bekommen.

Sonntag, 17. Dezember 2017

Buch gefunden!

Natürlich war es nicht das Kama Sutra, das ich finden sollte. Ich hatte kurze Zeit später auch herausgefunden, dass meine erste Liste von Verlagsnummern unvollständig war, ich also noch mehr ISBNs durchsehen musste. Kai gab mir www.isbnplus.com als kostenlos verfügbare Quelle zur ISBN-Suche an.

Doch zunächst galt es, die Liste der möglichen ISBNs neu zu berechnen. Hierzu schrieb ich ein kleines Java-Programm, welches sämtliche Permutationen durchspielte, jeweils die Prüfzifferregel prüfte  und bei Erfolg die ISBN auf eine Liste schrieb. Das ergab 5472 mögliche ISBN - ein bisschen viel, um sie von Hand durchzuprobieren. Zumal ich durch ein paar Dienstreisen und das tägliche Lösen des Mathekalenders sowieso schon sehr beschäftigt war.

An diesem Wochenende fand ich dann die Zeit und habe mich intensiv um diesen Teil des Rätsels gekümmert. Auf www.isbnplus.com gibt es bibliographische Einträge und die habe ich zu den 5472 ISBNs maschinell abgerufen. Das dauert so ungefähr eine halbe Stunde. Mein Glück war, dass nur 77 ISBNs zu bibliographischen Einträgen führten. Mein Pech war, dass darunter kein Buch war, welches ich auf Anhieb als das richtige erkannte.

Ich schilderte Kai diesen Umstand inklusive meiner Vorgehensweise per Mail und er bestätigte mir, dass das gesuchte Buch nicht dabei sei. Die bibliographischen Einträge seien doch recht unvollständig, ich solle es doch einmal mit den Titelbildern versuchen.

Gesagt - getan. Doch dafür musste ich erst die 13-stellige neue ISBN in die alte 10-stellige ISBN umrechnen, denn die URL des jeweiligen Titelbilds enthielt die alte Nummer. Im ersten Versuch ging das schief (anderer Prüfziffern-Algorithmus!) und ich bekam kaum Bilder. Also habe ich den Fehler korrigiert und nochmal 5472 Web-Requests abgesetzt.

Diesmal erhielt ich 1865 Titelbilder und es blieb mir nichts anderes übrig, als diese der Reihe nach durchzusehen.  Nach etwa einer weiteren halben Stunde rief ich dann "Das muss es sein!"


Sofort begann ich, nach meinem eigenen Exemplar im Regal zu suchen. Es kann aber sein, dass ich das Buch nur von Petra geliehen und es längst schon zurückgegeben hatte. Ich wurde jedenfalls nicht fündig und werde Kai und Nathalie um ihr Exemplar bitten.

Zumindest aber hatte ich endlich ein erstes Erfolgserlebnis bei diesem Rätsel. Kai teilte mir gleich noch per Mail mit, dass ich für das Buchstabenrätsel das Buch auch nicht bräuchte. Aber für heute reichte es mir erst einmal!

Anmerkung:
Dieser Eintrag wurde nacherfasst am 3.1.2018.


Freitag, 8. Dezember 2017

Kama Sutra

Gestern Nacht um 3 Uhr hatte ich eine Inspiration: Die Marken im Briefumschlag könnten ein Bausatz für eine ISBN, das heißt eine Buchnummer, sein:

  • Das übliche Präfix 978 ist enthalten
  • Es gibt genau 4 Bindestriche und 13 Ziffern
  • Der Zusatz "EN" unter der 1 passt dazu, denn die 1 nach dem ersten Bindestrich steht für Englisch-sprachige Verlage
Eigentlich konnte das kein Zufall sein und ich konfrontierte Kai bei der Arbeit mit der Vermutung. Er bestätigte mir, dass ich eine ISBN finden sollte. Er fügte noch hinzu, dass es eine gute Idee sei, dies als nächsten Schritt zu tun. Ich hielt ihm entgegen, dass ich bisher nur den Anfang mit 978-1- kenne und aus den restlichen 9 Ziffern sich noch 181.440 verschiedene ISBNs bilden ließen. Er meinte dann, dass es Regeln für den Aufbau der Nummer gibt und außerdem würde die Prüfziffer am Ende die Zahl noch einmal um den Faktor 10 reduzieren. Ich solle mal anfangen ...

Zuhause fand ich dann noch eine Mail von Kai vor, die mir den Tipp gab, dass es sich um eine vierstellige Verlagsnummer handelt. Die Verlagsnummer steht zwischen Bindestrich Nummer 2 und 3 und vierstellige Verlagsnummern für die Gruppennummer 1 liegen zwischen 4000 und 5499. Ich fand in der englischen Wikipedia eine Liste der gültigen Verlagsnummern und das sah jetzt tatsächlich überschaubar aus. Vor allem, weil viele Verlagsnummern bereits direkt heraus fielen und für jede Verlagsnummer dann nur noch 5 Ziffern übrig blieben, wovon eine eine Prüfziffer war. Das gab dann so ungefähr 10 gültige ISBNs je Verlag.

Ich fing an, die ISBNs mit einer Suche bei Amazon durchzuprobieren. Häufig gab es die ISBN gar nicht, aber einige Bücher gab es doch. Beim 51. Versuch bei der ISBN 978-1-4053-2989-7 geschah etwas Merkwürdiges: Die Amazon-Suche zeigte an, dass das Suchergebnis nicht jugendfreien Inhalt enthielte und fragte, ob ich ihn anzeigen wolle. Ich bestätigte und fand ein Buch über das Kama Sutra vor.

Natürlich habe ich gleich einmal die Anzahl der Stellungen in diesem Buch gecheckt (je nach Quelle 432 oder 433). Das passt zwar zu den Zahlen auf der Karte, aber die gehen ja nur bis 320. Nichtsdestotrotz haben Dörte und ich noch einmal nach der auffällig häufigen Zahl 311 in diesem besonderen Kontext gegoogelt: Der Brückenpfeiler.

Dies war dann der Zeitpunkt, um die Suche für heute erst einmal abzubrechen!

Anmerkungen:
Dieser Eintrag wurde am 2.1.2018 nacherfasst.
Die Suche nach der ISBN-Nummer liefert inzwischen kein Ergebnis mehr bei amazon.de

Samstag, 2. Dezember 2017

Zeitriss

Heute bin ich von Kai und Nathalie eingeladen worden. Wir besuchten einen Escape Room in der Nähe der Neuen Flora und über Escape Rooms darf man ja nicht zu viel erzählen. Vielleicht nur so viel: Ihr habt es gar nicht mitbekommen, aber die ganze Welt war in Gefahr. Wir sind durch die Zeit gereist, um den drohenden Zeitriss zu flicken. Zusammen mit Dr. Who ist uns das gerade eben noch gelungen!

Danach ging es auf einen Weihnachtsmarkt und dort bekam ich mein Rätsel. Es war in einer Schachtel verpackt, in der sich Folgendes befand:

  • Ein verknotetes Seil als Symbol für eine Einladung bzum Segeln in 2018. Das hatten die beiden nämlich ursprünglich mit mir vor. Mit dem Rätsel hat das nichts zu tun.
  • Ein Zettel mit 88 Buchstaben, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergaben. Auf den zweiten Blick auch nicht. Auffällig war, dass es deutlich mehr Groß- als Kleinbuchstaben gab.

  • Eine Glückwunschkarte mit 343 durch Kommas getrennten Zahlen aus dem Bereich 1 bis 320. Die Zahl 311 kommt dabei außerordentlich häufig vor.
  • Einen Briefumschlag mit 17 Marken. Davon enthielten 13 Ziffern, darunter eine Eins mit dem Zusatz "EN". Die restlichen 4 waren waagerechte Striche.
Hier sind die Buchstaben und Zahlen auch als Datei abrufbar.

Kai und Nathalie sagten, dass sich daraus eindeutig das Lösungswort ergeben würde. Aber es würde wohl etwas dauern ...

Wir haben dann erst einmal den Glühwein genossen und haben den Abend zuhause bei uns mit einem Knipp-Essen abgeschlossen.

Das war ein toller Nachmittag und zum Rätsel habe ich noch keine Idee. Das es nicht einfach werden würde, war bei den beiden aber schon vorher klar ...

Vielen Dank, Nathalie und Kai!

Anmerkung:
Dieser Eintrag wurde nacherfasst am 1.1.2018.

Dienstag, 31. Oktober 2017

Speed-Domino

Heute war ich zusammen mit Dörte bei Margrit und Hartmut zum Rätseln. Eigentlich besuchen wir die beiden jedes Jahr um diese Zeit - aber meist erst nach der Gröhl'schen Weinprobe Mitte November. Diesmal waren wir also etwas früher da.

Das Rätsel erhielt ich erst nach dem leckeren Kuchen und es hat mich diesmal nicht lange aufgehalten. Es war eine nett verpackte Geschichte aus der Rubrik "Cogito" in der Zeitschrift "Bild der Wissenschaften". Der Autor Heinrich Hemmes berichtet davon, dass seine Töchter ihn wegen mangelnder Whatsapp-Nutzung für weltfremd und nur begrenzt lebensfähig hielten. So hatte er gar nicht mitbekommen, dass seine Töchter jetzt Speed-Domino spielten: Sie legten auf Zeit eine regelgerechte Dominokette aus allen 28 Steinen eines Dominosatzes. Er hat es dann selbst probiert und ist vollständig daran gescheitert. Eine Tochter hat ihm dann gestanden, dass es daran läge, dass sie einige Steine aus dem Satz entfernt hatte. Die Frage ist nun: Wieviele Steine musste sie mindestens entfernen, damit man keine regelgerechte Kette aus den verbliebenen Steinen bilden konnte?

Nach kurzer Überlegung habe ich mir die Dominosteine gegriffen. Erst einmal mussten wir sie sortieren, denn es war eine Ausgabe mit 55 Steinen. Alles, was eine 7, 8 oder 9 hatte, haben wir aussortiert.  Die verbliebenen 28 Steine habe ich dann fix in einem regelgerechten Kreis angeordnet und damit schon mal bewiesen, dass es nicht ausreicht, nur einen Stein wegzunehmen. Den Rest des Beweises mögt Ihr Euch bitte selber denken ...

Da das so schnell ging, wurde noch ein fieses Holzpuzzle hervorgekramt. Daran hatte ich mich vor Jahren schon einmal versucht und wie damals gelang es mir und Hartmut nicht, es zu lösen. Dörte und Margrit scherten sich nicht darum und spielten in der Zwischenzeit eine nette Partie Domino.

Dann wurden Holzpuzzle und Dominosteine weggepackt und wir hatten einen schönen Nachmittag und Abend mit viel Klönen und leckerem Essen. Vielen Dank dafür!

Sonntag, 15. Oktober 2017

Segelflugprüfung

Frank hat während der Woche noch eine Mail geschickt, ob wir uns nicht am Segelflugplatz treffen wollten. Ich hätte auch die Chance auf einen Gastflug, wenn ich weniger als 110 kg wiegen würde. Das musste ich wegen temporären Nichteinhaltens der Bedingung leider absagen. Auch eine Wanderung entlang des Rennsteigs (anstrengend!) konnte das Gewicht nicht binnen 6 Tagen um 20 kg drücken, das braucht mehr Zeit. Vielleicht komme ich im Frühjahr darauf zurück ...

Frank und Ingrid hatten bei dem Sonnenschein einen Grillnachmittag mit leckeren Sachen vorbereitet. Mit gefülltem Magen ging es dann an die Rätselaufgabe: Eine Navigationsaufgabe aus einer Flugscheinprüfung! Ich sollte einen Segelflug von Grube (EDHB) über den Wendepunkt Autobahnbrücke ( N 54° 01' 47", E 9° 26' 35" ) nach Uetersen (EDHE) planen.

Es gab Angaben zum Wetter, zur Flughöhe, zur Geschwindigkeit in der Luft und zur Beeinflussung des Kompass durch das Flugzeug selbst (die sogenannte Deviation). Ganz schön tricky ist die Berechnung des Kompasssteuerkurses (KSK) aus dem rechtweisenden Kurs (rwK), den man einfach mit dem Geo-Dreieck auf der Karte ermitteln kann. Da spielen dann nämlich das nötige Vorhalten wegen des Windes, die allgemeine Kompassmissweisung und die Deviation eine Rolle.

Als Hilfsmittel hatte ich eine Luftfahrtkarte der deutschen Flugsicherung (siehe Bild oben), ein "Formblatt Segelflug" zur Kursberechnung und ein Wetterblatt der automatischen Flugwetteransage für die allgemeine Luftfahrt.

Ich habe mich bei den Prüfungsfragen ein wenig blöd angestellt. Insbesondere die Berechnung der Geschwindigkeit über Grund hat mich verwirrt: Einfach die Geschwindigkeit in der Luft und den Vektoranteil der Windgeschwindigkeit in Karten-Kompassrichtung (rwK) reicht nicht aus. Aber ich hatte mit Frank ja einen erfahrenen Piloten an meiner Seite, der auch bei gelegentlichen Vorzeichenfehlern korrigierend eingriff.

Trotz dieser Verzögerung blieb noch genug Zeit für einen Spaziergang und Kaffee und Kuchen. Ein richtig schöner Nachmittag, danke Ingrid und Frank!

Sonntag, 24. September 2017

Altes und Neues in Kiel

Heute war ich zum Rätseln bei Heike und Dirk in Kiel. Sie hatten einen ausgedehnten Spaziergang nach dem Motto "Altes und Neues in Kiel" vorbereitet, bei dem ich 21 Fragen zu beantworten hatte. Jede Frage brachte mir einen Buchstaben des Lösungswortes.

Auf dem Spaziergang konnte ich viele Erinnerungen auffrischen, zum Beispiel an den Besuch der japanischen Fregatten in Kiel. Wir haben damals die japanischen Marinesoldaten damit überrascht, dass wir vor dem Kasernentor Go gespielt haben, und auf diesem Weg einige Bekanntschaften geschlossen.

Beruflich interessant fand ich, dass Schleswig-Holstein jetzt ein Ministerium für Digitalisierung hat. Vielleicht wird das ja doch noch einmal etwas mit einfach zu bedienenden Bürgerportalen, die auch verbreitet angewendet werden.

Wo wir früher mit unserem Netz-Go während der Kieler Woche standen, gab's eine Pause für Fischbrötchen. Heutzutage ist während der Kieler Woche dort so viel los, dass das nicht mehr denkbar wäre.

Am Kieler Schloss befindet sich das einzige Zaren-Denkmal Deutschlands. Angeblich soll man auf dem Thron in Richtung St. Petersburg gucken. Ich habe als potentieller Zar Iwan Theodorowitsch mal Platz genommen und geprüft, ob der Thron auch bequem ist. Ja, er ist es!

An der Holstenbrücke war ich sehr erstaunt über die Bauarbeiten, dort soll alles umgestaltet werden. Das C&A- und das Woolworth-Gebäude sind schon abgerissen. Die Arbeiten sollen 2 Jahre dauern, aber die Pläne sehen wirklich nett aus.

Im Hiroshima-Park habe ich dann etwas Neues gesehen, dass schon fertig geworden ist: Eine Steg-Anlage mit Bänken im Kleinen Kiel.

Zurück ging es entlang der Holtenauer Straße. Als ich alle Buchstaben herausgefunden hatte, sind wir eingekehrt und Heike hatte vorbereitete Buchstaben für mich. Es galt also nur noch, ein Anagramm zu lösen.

Das war schwieriger als gedacht. Es sollte ein Begriff aus der Schleswig-Holsteinischen Landespolitik sein. Diese schafft es aber tatsächlich, neue Begriffe zu erfinden, die dann nicht einmal allen Beamten der Landesbehörde bekannt sind. Naja, mit etwas Hilfe und viel GLÜCK habe ich es dann geschafft!

Vielen Dank an Heike und Dirk für diese schöne Stadtrallye!

Große Karte

PS: Die neuen Kontaktinfos sind noch etwas kryptisch, da kümmere ich mich morgen drum!

Samstag, 16. September 2017

Reisepläne der Mainzelmännchen

Heute war ich bei Lutz und Verena in Hohenaspe bei Itzehoe. Mein Rätsel bekam ich nicht sofort, denn zuerst gab es lecker Mittagessen: Spargelsuppe, Kassler mit Sauerkraut und Schokoladentorte als Nachtisch. Besonders der Nachtisch hatte es mir angetan: In der Torte waren selbst kandierte Zitronenstückchen, mit etwas Chili gewürzt, die für einen besonderen Geschmack sorgten. Statt Sahne nahmen wir griechischen Joghurt, das passte hervorragend. Superlecker und unglaublich kalorienreich. Laut Lutz setzen auswärtig eingenommene Kalorien ja nicht an, ich hoffe nur, dass das auch stimmt!

Gegen 13:45 Uhr bekam ich mein Rätsel, ein selbst angefertigtes Kreuzworträtsel. Zur Unterstützung bekam ich einen "neuen Herder" aus dem Jahre 1949 dazu. Mein Smartphone gab mir Internetzugang, allerdings mit unglaublich langsamem Tempo.
Nach etwa einer Stunde hatte ich das Rätsel gelöst - ausgerechnet der schweizerische Fußballspieler hat mir am meisten Probleme gemacht. Die Eingabe in mein Cache-Tableau bestätigte mir die Richtigkeit der Lösung - die Arbeit war getan.

Doch Lutz und Verena hatten noch etwas für mich vorbereitet: Wir wollten einen Cache suchen, der Lutz von einem Kollegen empfohlen worden war. Difficulty 4 zeigte schon, dass es nicht einfach werden würde.  Das Finden war zunächst superleicht, denn es war ein riesiger Cache von etwa 30 cm *100 cm * 130 cm, der als Telefon-Verteilerkasten getarnt war.

Der Cache war als Hotel gestaltet, das von einem Team von Mainzelmännchen betrieben wurde. Wenn Ihr mal nach Itzehoe kommt, solltet Ihr Euch das mal selbst ansehen, denn der Cache-Owner hat hier wirklich einen tollen und aufwändig gestalteten Cache hingestellt! Bevor man an das Logbuch kommt, muss man einige Rätsel lösen. Zunächst ging es gut voran und wir konnten den ersten Tresor schnell öffnen. Das darin befindliche nächste Rätsel bestand aus einem Reiseplan der Mainzelmännchen, den wir wohl in einen vierstelligen Code für ein Zahlenschloss umwandeln sollten. Das ist uns zu dritt einfach nicht gelungen. Wir haben den Reiseplan fotografiert und werden noch drüber knobeln ...
Lutz und Verena wollten mich in ein Café einladen, aber die Aussicht auf ein weiteres Stück von der leckeren Schokotorte ließ mich den Wunsch äußern, doch lieber zuhause Kaffee zu trinken. Das machten wir dann auch und rätselten bei Schokotorte noch ein bisschen an den Weltreiseplänen der Mainzelmännchen herum. Ein schöner, wenn auch noch nicht erfolgreicher Abschluss eines tollen Nachmittags, danke Verena und Lutz!

Samstag, 2. September 2017

Radtour ohne Rätsel

Angelika und Vigo hatten mir zum Geburtstag zusammen mit einer Flasche Wilhelmsburger Deichsbruch eine gemeinsame Radtour geschenkt. Schon im Juni haben sich die beiden mit einem Terminvorschlag und einem vielverspechenden Tagesprogramm bei mir gemeldet. Bedingt durch Rätseltermine und Urlaube mussten wir die Aktion verschieben, aber heute ging es endlich los.

Es waren Schauer angesagt, aber zum Glück hat sich das Wetter nicht an die Vorhersage gehalten: Wir hatten den ganzen Tag über strahlenden Sonnenschein. Um 9:30 Uhr haben wir uns in Bergedorf an der Kirche St. Petri und Pauli getroffen. Durch Nettelnburg und Neuallermöhe ging es am Eichbaumsee vorbei zur Elbinsel Kaltehofe.

Dörte war mit ihrem E-Bike mitgekommen. Sie klagte aber darüber, dass der zusätzliche Schub nur manchmal kam. Insgesamt war die Unterstützung aber wohl hilfreich, denn immer wenn es bergauf ging, ist sie uns davongezogen.

Auf Kaltehofe befindet sich die Wasseraufbereitungsanlage Hamburgs, die Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde. Sie besteht aus riesigen Becken, in denen das Wasser durch Sand gefiltert wurde. Zwischen den Becken gibt es Sielhäuschen - typisch für die Zeit im Jugendstil erbaut. Vor einigen Jahren ist die Anlage zu einem Museum umgebaut worden - vorher konnte man sich das alles nur durch den Zaun ansehen.
Im Museum gibt es ein nettes Café und dort haben wir Kaffee und Kuchen als 2. Frühstück bekommen. Außerdem konnten wir Dörtes Akku aufladen. Auf der Karte gibt es "Hamburg Wasser" (aus der Leitung für 0,00 Euro), "buntes Wasser" (Cola, Fanta usw.) und "Hopfen- und Weizenwasser" (ratet mal, was das ist). Ich entschied mich für "Hamburg Wasser", die anderen hatten mehr Interesse an "schwarzem Wasser".

Über das Billwerder Sperrwerk und die Insel Entenwerder ging es zu den Elbbrücken. Hier hat man einen schicken neuen Radweg gebaut, der bis zu den Deichtorhallen führt. Wir haben ihn genutzt, um auf die andere Straßenseite der Brücke zu kommen. Weiter ging es über Veddel auf den Deich am Spreehafen. Wir genossen das gute Wetter und die schöne Aussicht auf die Hausboote. Früher war dieser Deich die Grenze des Freihafens und durch einen hohen Zaun abgesperrt. Jetzt gibt es breite Treppen zum Sitzen - eine Bereicherung für den Stadtteil.

In Wilhelmsburg haben wir eine kurze Pause bei Vigos Kirche gemacht und Dörte hat sich von ihm die Baustelle für das neue Gemeindehaus zeigen lassen. Plötzlich waren sie wie Bauherren unter sich und Vigo deutete mit großen Bewegungen an, was hier mal entstehen soll. Ich dagegen sah erst einmal nur Betonpfähle zur Gründung, noch nicht einmal die Bodenplatte ist gegossen. Aber ich kann die Begeisterung gut verstehen, wenn es nach über 10 Jahren Planung endlich losgeht!

Mittagspause haben wir in einem kleinen Restaurant in der Veringstraße gegenüber dem überdachten Markt gemacht. Wir saßen draußen und haben den Sonnenschein genossen.

Am Vering-Kanal längs fuhren wir bis zum alten Flakbunker. Nach dem Krieg hat man versucht, ihn zu sprengen, aber das klappte nicht. Er ist nur einmal kurz hochgehüpft und blieb stehen. Anlässlich der Internationalen Bau-Ausstellung hat man dann überlegt, was man mit diesem riesigen grauen Kasten tun kann. Jetzt ist er ein Energiebunker, innendrin ist ein Blockkraftwerk und oben gibt es eine Aussichtsplattform mit Café. Es gibt einen Aufzug in den 8. Stock und die Aussicht von dort ist phantastisch!
Zurück sind wir zur S-Bahn nach Rothenburgsort gefahren. Auf dem Weg haben wir uns die zwei Gedenkstätten in der Nähe angesehen: Das Mahnmal zum Feuersturm auf Hamburg und Mahnmal für die ermordeten Kinder am Bullenhuser Damm. Sie erinnern an unterschiedliche schreckliche Ereignisse und tun das beide auf eine gute, persönlich berührende Art und Weise.

Auf dem Bahnsteig in Rothenburgsort haben wir zum Abschluss noch einen Wilhelmsburger Deichbruch getrunken. Als wir uns in Bergedorf verabschiedet haben, war er irgendwie schon in die Beine gesackt ...

Vielen Dank an Angelika und Vigo für diesen schönen Tag!

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