Montag, 1. Januar 2018

Pole pole!

An diesem Neujahrswochenende wollte ich nach den Teilerfolgen auch das ganze Rätsel lösen. Wenn man mit einem Buch, einer definierten Textstelle und einem Blatt voller Zahlen dasteht, dann kommt man mit ein wenig Recherche schnell auf die Vermutung, dass es sich um die Beale-Chiffre handelt.

Dahinter steckt eine abenteuerliche Geschichte von einem Schatz, den ein gewisser Thomas J. Beale in den Jahren 1820/22 versteckt haben soll. In insgesamt 3 verschlüsselten Botschaften hat er den Schatz und vermutlich seinen Lageort beschrieben. Von diesen 3 Botschaften konnte man bis heute nur die zweite entschlüsseln, wobei die Nummern in die Anfangsbuchstaben des soundsovielten Wortes der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung übersetzt wurden. Niemand weiß bis heute, welchen Text man für die Entschlüsselung der anderen beiden Botschaften braucht. Deshalb weiß man bisher auch nur was in dem Schatz vergraben ist, aber nicht, wo der Schatz liegt!
Aufgrund der Vermutung einer Beale-Chiffre habe ich schnell den Anfang des Kapitels mit der Textstelle abgeschrieben. Mit ein wenig Excel konnte ich dann schnell einen Entschlüsselungsversuch nach Beale starten. Leider zunächst ohne Erfolg. Obwohl ich 6 Varianten probiert habe: Start bei der Überschrift oder beim Kapitelanfang oder bei der Textstelle und Trekking-Stöcke als ein oder zwei Worte.

Da ich mir eigentlich sicher war, dass es sich um eine Beale-Chiffre handelte, mailte ich mein Ergebnis noch kurz vor dem Aufbruch in den Silvesterurlaub an Kai. Er und Nathalie fragten sich, was schief gelaufen sei (sie hatten ihr Exemplar des Buches an mich verliehen). Kurz darauf fand ich den Fehler: Ich hatte ziemlich am Anfang des Kapitels einen Satz schlicht vergessen und dadurch hat sich alles verschoben. Ich erhielt jetzt folgenden Text:

LiebeRJAnwirwuenScHEnDiRallesGutEzumgeBUrTsTaGaUchwenneSJeTzTveRmUTLichschOnLangenacHTRaeGlicHistnUnhAstdüjaEinEnteiLdEsRaeTsElsschongeloestUnddAnnveRmUtlichauchdieHOmMAgeAnUnseREnToLLengemeiNSAMenkiLiManJaRouRlAubErkAnntferTiGbistduAllErDinGsnochnichtUNteRdeRUrlwwwPUnKthUfEnbacHPunktccSlAshJAnscachegEhteswEiterviELeRFolg

Einerseits freute ich mich, den dritten Teil auch gelöst zu haben. Andererseits wartete ein neues Rätsel auf mich unter www.hufenbach.cc/janscache. Als erstes wartete dort die folgende Frage auf mich:

"Wie lautete die Begründung für langsamen Seitenaufbau auf der Webseite der TK am 12. Dezember 1996?"

Wie sollte ich das am Wochenende beantworten, ohne an meinem Arbeitsplatz bei der TK zu recherchieren? Ja, ich erinnerte mich, dass wir im Dezember 1996 Antwortzeitprobleme in unserem System hatten und ich deshalb sogar Dörte und die Kinder beim Weihnachtsmärchen im Ohnsorgtheater versetzt hatte. Aber das war TKeasy, unser System für die Mitarbeiter, und nicht unser Internetauftritt.

Ich fragte mich dann, wo Kai und Nathalie die Antwort gefunden haben könnten. Sie waren damals ja vermutlich noch im Grundschulalter und hatten sicherlich noch nichts von der TK gehört. Dann fiel mir das Internet-Archiv ein. Dort werden regelmäßig viele Websites gesichert, damit sie der Nachwelt erhalten bleiben.
Ich fand dort auch den Snapshot einer Webseite der TK aus dem Dezember 1996 - noch unter der alten Adresse www.tk-online.de:
Als ich dort auf Hilfe und dann auf "World Wide Wait?" klickte, hatte ich meine Antwort. Als nächstes erwartete ich eine ähnlich Frage. Stattdessen erhielt ich die Aufforderung "Break the code!"

Ich fragte bei Kai an, ob ich wirklich den Code auf www.hufenbach.cc analysieren und brechen sollte und er antwortete, dass mir sein Webserver sonst wohl nicht das Lösungswort verraten würde. Inzwischen war es schon Samstagabend und ich schaffte es nur noch, ein paar Debug-Versuche zu machen aber keinen ernsthaften Angriff (für die Nicht-Techniker: Drückt mal F12 im Browser, wenn Ihr wissen wollt, was wirklich unter der Haube im Browser passiert!).

Ich war mit Dörte über das  Wochenende nach St. Michaelisdonn gefahren, damit sie bei etwas Nordseeluft endlich ihre Erkältung los wird. Der Ort war ein wenig trostlos, das Zimmer auch und draußen roch es nach Pferdemist. Das war trotzdem OK, denn wir sind Silvester nach Friedrichskoog und Büsum gefahren und ansonsten hat Dörte sich gesund geschlafen. Dadurch hatte ich am Silvesternachmittag und -abend viel Zeit, mir den Code anzusehen. Hier mal ein Ausschnitt:

var _0x84eb=['getElementById','innerHTML','wTRST','Ygu','solution','erJKn','round','gfYsO','random','length','value','KlVYM','rkFAr','substr','MaM','wAvic','CxQmG','ObZSk','bWkge','wGLSu','http://www.hufenbach.cc/janscache/php/submit.php','IkghT','?answer=','then','aBt','rWLGT','rETAz','json','OYj','qpr','LEzbU','yLngF','question'];(function(a,c){var b=function(b){while(--b){a['push'](a['shift']());}};b(++c);}(_0x84eb,0x76));var _0xb84e=function(a,c){a=a-0x0;var b=_0x84eb[a];return b;};function init(){var a={'wGLSu':function b(a){return a();}};a[_0xb84e('0x0')](loadData);}function loadData(c){var b={'IkghT':_0xb84e('0x1'),'ehLIq':function d(a,b){return a(b);}};let a=b[_0xb84e('0x2')];if(c){a=a+_0xb84e('0x3')+b['ehLIq'](encodeURI,c);}fetch(a)[_0xb84e('0x4')](function(b){var a={'rWLGT':function c(a,b){return a===b;},'pArZF':_0xb84e('0x5'),'rETAz':function d(a){return a();}};if(a[_0xb84e('0x6')]('wOv',a['pArZF'])){a[_0xb84e('0x7')](loadData);}else{return b[_0xb84e('0x8')]();}})

Man nennt das obfuskierten Code, also bewusst unleserlich gemachten Code. Damit will man verhindern, dass Leute, die den Programmcode ausführen können, ihn auch kopieren und modifizieren können. Zusätzlich gab es 2 Funktionen, die völlig abgefahrene Zeichenkombinationen wie diese enthielten:

var key = aesjs.util.convertStringToBytes((![]+[])[+!+[]]+[!+[]+!+[]]+[!+[]+!+[]+!+[]+!+[]+!+[]+!+[]+!+[]+!+[]]+([][[]]+[])[!+[]+!+[]]+(![]+[])[!+[]+!+[]+!+[]]+(+(!+[]+!+[]+!+[]+!+[]+[+[]]))[(!![]+[])[+[]]+(!![]+[][(![]+[])[+[]]+([![]]+[][[]])[+!+[]+[+[]]]+(![]+[])[!+[]+!+[]]+(!![]+[])[+[]]+(!![]+[])[!+[]+!+[]+!+[]]+(!![]+[])[+!+[]]])[+!+[]+[+[]]]+(+![]+([]+[])[([][(![]+[])[+[]]+([![]]+[][[]])[+!+[]+[+[]]]+(![]+[])[!+[]+!+[]]+(!![]+[])[+[]]+(!![]+[])[!+[]+!+[]+!+[]]+(!![]+[])[+!+[]]]+[])[!+[]+!+[]+!+[]]+(!![]+[][(![]+[])[+[]]+([![]]+[][[]])[+!+[]+[+[]]]+(![]+[])[!+[]+!+[]]+(!![]+[])[+[]]+(!![]+[])[!+[]+!+[]+!+[]]+(!![]+[])[+!+[]]])[+!+[]+[+[]]]+([][[]]+[])[+!+[]]+(![]+[])[!+[]+!+[]+!+[]]+(!![]+[])[+[]]+(!![]+[])[+!+[]]+([][[]]+[])[+[]]+([][(![]+[]) ...

Diese Kombinationen aus den Zeichen ()[]+! waren seitenlang. Wenn ich runterscrollte, ergaben sich Effekte optischer Täuschung, denn es gab plötzlich Farbränder! Und das sollte ich alles verstehen?
Nein, das musste auch anders gehen!  Jetzt wollte ich Kai mit seinen eigenen Waffen schlagen!

Durch das Debuggen hatte ich schon herausgefunden, dass im Prinzip nur 2 Bytes, die sich aus der Antwort berechnen ließen, an den Server übertragen wurden. Das gab also nur 65536 Möglichkeiten, die konnte ich doch einfach durch ein Skript absetzen lassen und dann die Serverantworten auf meiner Festplatte speichern und durchsuchen. Ganz so leicht hat es mir Kai aber nicht gemacht: Die beiden Bytes waren mit viel Sicherheitsbrimborium aufgepeppt, damit der Webserver prüfen kann, ob hier jemand geschummelt hat. So ein Request sah ungefähr so aus:

answer=gxLx8rcl6l7lorNxVgVwyA==U1NVWQ==

Wenn man für dieselben 2 Bytes noch einmal den Server anfragte, dann sah der Request schon wieder anders aus, weil ein Zufallswert in die Berechnung einfloss. Ich habe nun die Berechnungsvorschrift für das Ermitteln der 2 Bytes aus der Antwort auf etwas ganz Einfaches geändert und dann einfach Kais Original-Sicherheitsbrimborium aufgerufen. Frei nach dem Motto: Ich versteh es nicht, aber Kai wird schon dafür gesorgt haben, dass der Server das als richtig anerkennt.  Jetzt konnte ich gezielt alle 65536 möglichen Requests erzeugen.

Der Rest war Fleißarbeit: Die Rechenpower meines Notebooks war nicht sehr groß, ich musste deshalb das Skript in 16 Blöcken zu je 4096 möglichen Eingaben erzeugen. Das bedeutete jeweils 3 Minuten Dödelarbeit und dann 15 Minuten Warten - perfekt für einen Silvesterabend mit kranker Frau im Bett, Picknick im Gästezimmer und Dinner for One, Charlie Chaplin und Ohnsorg im Fernseher. Es war ein spezielles Silvester, das wir nicht so schnell vergessen werden.

Um 1 Uhr früh war mein Skript erstellt und ich habe es gestartet, bevor ich mich schlafen legte. Gegen 7 Uhr am Neujahrsmorgen war es fertig und ich habe die 65536 Ergebnisdateien auf meiner 
Festplatte nach der Größe sortiert. Es gab genau 2 Dateien mit abweichender Größe: "Break the code!" und die Lösung!

So ganz eindeutig war die Lösung dann doch nicht: Zuerst habe ich ein Lösungswort mit 58959 Bytes Länge versucht. Ich hätte lieber gleich die einfache Variante mit einer Länge von 16 Bytes versuchen sollen ...

Das war bisher das komplexeste Rätsel, danke an Kai und Nathalie. Der Bezug zu unserem gemeinsamen Urlaub in Afrika hat mir sehr gefallen. Als Gruß sage ich nur 5895 x pole pole

Anmerkungen:
Dieser Eintrag wurde nacherfasst am 5.1.2018.
Bei dem gruseligen Code aus den Zeichen ()[]!+ handelt es sich um JSFuck, eine esoterische Programmiersprache, die gültiges Javascript ist!

Freitag, 29. Dezember 2017

Autoschlüssel

Vor Weihnachten hatte ich nicht richtig Zeit, mich um den Buchstabenteil des Rätsels zu kümmern. Ich hatte schon längst diverse Codes probiert, zunächst natürlich die Cäsar-Verschlüsselungen (Verschiebung der Buchstaben im Alphabet um 1 bis 25 Buchstaben), dann regelmäßig arithmetisch verschobene Cäsarverschlüsselungen (erster Buchstabe um 1 verschoben, zweiter Buchstabe um 2 verschoben, ...) aber auch andere Verfahren. Nichts davon ergab irgendeinen Sinn.
Besonders trieb mich die komische Verteilung der Klein- und Großbuchstaben um. Eine denkbare Erklärung war, dass Kai und Nathalie 52 Buchstaben (groß und klein) verwendet haben und dieses Alphabet so verschoben wurde, dass statistisch mehr Groß- als Kleinbuchstaben herauskamen. Da ich aber keine typischen Häufungen bestimmter Buchstaben (z. B. als Ersatz für "e") finden konnte, mussten es je nach Position unterschiedliche Ersetzungsalphabete sein. Diese könnten durch Schlüsselwörter gesteuert sein ("B" im Schlüsselwort bedeutet Verschiebung um 2, "C" bedeutet Verschiebung um 3 usw.). Diese Idee habe ich getestet, indem ich annahm, dass bestimmte Worte im Text vorkamen - z. B. "Kilimanjaro". Mit der Annahme kann man aus dem Chiffrat den Schlüssel errechnen - aber dort ergab sich kein erkennbares System.

Als ich noch vor Weihnachten bei der Arbeit mittags mit Kai über die komische Verteilung der Klein- und Großbuchstaben sprach und ich meine Versuche erläuterte, verriet er etwas: Man müsse halt wissen, wie die Buchstaben entstanden seien. Und ja, ein Erraten von Wörtern in der Mitteilung könnte helfen. Es wäre kein OneTimePad (= Schlüssel, der genauso lang wie die Message ist - auch theoretisch unknackbar). Da wusste ich, dass ich einen Schlüssel finden musste.

Weitere Recherchen zeigten mir dann, dass die von mir vermutete Verschlüsselung als Vigenére-Verschlüsselung bekannt war. Die funktioniert mit dem Vigenére-Quadrat:


Wenn man einen Text wie "Lieber Jan, hier ist die Loesung" mit dem Schlüssel "HEUTE" verschlüsseln will, geht man wie folgt vor:

HEUTEHEUTEHEUTEHEUTEHEUTEH
LIEBERJANHIERISTDIELOESUNG

Man schreibt den Schlüssel über den Text und wiederholt ihn, bis über jedem Buchstaben der Message auch ein Schlüsselbuchstabe steht. Jetzt sucht man jeweils den Schlüsselbuchstaben in der ersten Spalte und den Originalbuchstaben in der ersten Zeile des Quadrats. Der Schlüsselbuchstabe bestimmt die Zeile und der Originalbuchstabe die Spalte. Dort, wo die beiden sich treffen, steht der Buchstabe für den verschlüsselten Text. Für den ersten Schlüsselbuchstaben "H" und den ersten Originalbuchstaben "L" ergibt sich also der Geheimtextbuchstabe "S".

Dieser Code galt für 300 Jahre als nicht zu entschlüsseln, aber schließlich hat man doch Angriffspunkte gefunden. Diese resultieren daraus, dass sich der Schlüssel wiederholt. Die entsprechenden Analysen führten aber bei mir noch nicht zu greifbaren Ergebnissen.

Gestern habe ich Kai dann erzählt, dass ich eine Vigenére-Verschlüsselung vermute. Er meinte, ich wäre nah dran. Aber die Vigenére-Verschlüsselung stamme doch gar nicht von Blaise de Vigenére, sie sei nur nach ihm benannt. Ich möge einmal recherchieren, was Blaise de Vigenére noch zusätzlich erfunden habe. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen: Unter anderem hat Blaise de Vigenére den Autoschlüssel vorgeschlagen. Nach diesem Verfahren würde man wie folgt vorgehen:

HEUTELIEBERJANHIERISTDIELO
LIEBERJANHIERISTDIELOESUNG

Man beginnt mit dem Schlüssel "HEUTE" und nimmt als Verlängerung des Schlüssels den Text des Originals. Das Verfahren mit dem Quadrat bleibt dabei dasselbe.

Heute früh hat mir Kai bestätigt, dass es sich um eine solche  Vigenére-Autokey-Verschlüsselung handelt. Heute Abend habe ich mich dann mit dem "Willen zum Entschlüsseln" daran gemacht. In der englischen Wikipedia habe ich eine gute Anleitung für einen Angriff mit vermutetem Inhalt gefunden. Ich probierte viele Worte durch (Kilimanjaro, ein, die, Jan, diese, ...) - aber ich hatte keinen Erfolg. Im Internet fand ich eine andere Anleitung, die auch ein Skript in der Sprache Python enthielt. Dieses Skript brachte ich zum Laufen - allerdings mit englischen Statistiken über Buchstabenverteilungen. Trotzdem zeigte die Ausgabe in Zeile 11 fast deutschen Text an:
Die Buchstabenfolge "noch nic" sprach mich an, denn so etwas wie "Du bist noch nicht fertig" konnte ich mir bei Kai und Nathalie gut vorstellen. Mit diesen vermuteten Worten aus der Originalmessage fiel mir die Entschlüsselung leicht und binnen 5 Minuten hatte ich folgenden Text:

ES IST ALLERHOECHSTE ZEIT ZU GEHEN UND ICH TUE GUT DARAN MICH NOCH NICHT IN FALSCHER SICHERHEIT ZU WAEHNEN

Na toll, das sieht so aus, als ob ich mit dem Buchstabenrätsel noch nicht durch bin. Den Zwischenerfolg habe ich aber schon mal an Kai gemailt - weil ich mich eben noch nicht in Sicherheit wähnte. Ich rätselte jetzt weiter an der Bedeutung der Verteilung der Klein- und Großbuchstaben herum - bis von Kai eine Antwort kam, dass ich das Buchstabenrätsel doch schon gelöst und den Text gefunden hätte. Und dann war es klar: Auf Seite 91 des Buches stand genau diese Text-Passage. Beschrieben wurde dort der Moment vor dem Abstieg vom Uhuru Peak, dem Gipfel des Kilimanjaro. Jetzt weiß ich, wo ich die Zahlen von der Glückwunschkarte anwenden soll!

Anmerkungen:
Dieser Eintrag wurde nacherfasst am 4.1.2018.
Ich musste eine ältere Python-Umgebung herunterladen und installieren, um das Skript zum Laufen zu bekommen.

Sonntag, 17. Dezember 2017

Buch gefunden!

Natürlich war es nicht das Kama Sutra, das ich finden sollte. Ich hatte kurze Zeit später auch herausgefunden, dass meine erste Liste von Verlagsnummern unvollständig war, ich also noch mehr ISBNs durchsehen musste. Kai gab mir www.isbnplus.com als kostenlos verfügbare Quelle zur ISBN-Suche an.

Doch zunächst galt es, die Liste der möglichen ISBNs neu zu berechnen. Hierzu schrieb ich ein kleines Java-Programm, welches sämtliche Permutationen durchspielte, jeweils die Prüfzifferregel prüfte  und bei Erfolg die ISBN auf eine Liste schrieb. Das ergab 5472 mögliche ISBN - ein bisschen viel, um sie von Hand durchzuprobieren. Zumal ich durch ein paar Dienstreisen und das tägliche Lösen des Mathekalenders sowieso schon sehr beschäftigt war.

An diesem Wochenende fand ich dann die Zeit und habe mich intensiv um diesen Teil des Rätsels gekümmert. Auf www.isbnplus.com gibt es bibliographische Einträge und die habe ich zu den 5472 ISBNs maschinell abgerufen. Das dauert so ungefähr eine halbe Stunde. Mein Glück war, dass nur 77 ISBNs zu bibliographischen Einträgen führten. Mein Pech war, dass darunter kein Buch war, welches ich auf Anhieb als das richtige erkannte.

Ich schilderte Kai diesen Umstand inklusive meiner Vorgehensweise per Mail und er bestätigte mir, dass das gesuchte Buch nicht dabei sei. Die bibliographischen Einträge seien doch recht unvollständig, ich solle es doch einmal mit den Titelbildern versuchen.

Gesagt - getan. Doch dafür musste ich erst die 13-stellige neue ISBN in die alte 10-stellige ISBN umrechnen, denn die URL des jeweiligen Titelbilds enthielt die alte Nummer. Im ersten Versuch ging das schief (anderer Prüfziffern-Algorithmus!) und ich bekam kaum Bilder. Also habe ich den Fehler korrigiert und nochmal 5472 Web-Requests abgesetzt.

Diesmal erhielt ich 1865 Titelbilder und es blieb mir nichts anderes übrig, als diese der Reihe nach durchzusehen.  Nach etwa einer weiteren halben Stunde rief ich dann "Das muss es sein!"


Sofort begann ich, nach meinem eigenen Exemplar im Regal zu suchen. Es kann aber sein, dass ich das Buch nur von Petra geliehen und es längst schon zurückgegeben hatte. Ich wurde jedenfalls nicht fündig und werde Kai und Nathalie um ihr Exemplar bitten.

Zumindest aber hatte ich endlich ein erstes Erfolgserlebnis bei diesem Rätsel. Kai teilte mir gleich noch per Mail mit, dass ich für das Buchstabenrätsel das Buch auch nicht bräuchte. Aber für heute reichte es mir erst einmal!

Anmerkung:
Dieser Eintrag wurde nacherfasst am 3.1.2018.


Freitag, 8. Dezember 2017

Kama Sutra

Gestern Nacht um 3 Uhr hatte ich eine Inspiration: Die Marken im Briefumschlag könnten ein Bausatz für eine ISBN, das heißt eine Buchnummer, sein:

  • Das übliche Präfix 978 ist enthalten
  • Es gibt genau 4 Bindestriche und 13 Ziffern
  • Der Zusatz "EN" unter der 1 passt dazu, denn die 1 nach dem ersten Bindestrich steht für Englisch-sprachige Verlage
Eigentlich konnte das kein Zufall sein und ich konfrontierte Kai bei der Arbeit mit der Vermutung. Er bestätigte mir, dass ich eine ISBN finden sollte. Er fügte noch hinzu, dass es eine gute Idee sei, dies als nächsten Schritt zu tun. Ich hielt ihm entgegen, dass ich bisher nur den Anfang mit 978-1- kenne und aus den restlichen 9 Ziffern sich noch 181.440 verschiedene ISBNs bilden ließen. Er meinte dann, dass es Regeln für den Aufbau der Nummer gibt und außerdem würde die Prüfziffer am Ende die Zahl noch einmal um den Faktor 10 reduzieren. Ich solle mal anfangen ...

Zuhause fand ich dann noch eine Mail von Kai vor, die mir den Tipp gab, dass es sich um eine vierstellige Verlagsnummer handelt. Die Verlagsnummer steht zwischen Bindestrich Nummer 2 und 3 und vierstellige Verlagsnummern für die Gruppennummer 1 liegen zwischen 4000 und 5499. Ich fand in der englischen Wikipedia eine Liste der gültigen Verlagsnummern und das sah jetzt tatsächlich überschaubar aus. Vor allem, weil viele Verlagsnummern bereits direkt heraus fielen und für jede Verlagsnummer dann nur noch 5 Ziffern übrig blieben, wovon eine eine Prüfziffer war. Das gab dann so ungefähr 10 gültige ISBNs je Verlag.

Ich fing an, die ISBNs mit einer Suche bei Amazon durchzuprobieren. Häufig gab es die ISBN gar nicht, aber einige Bücher gab es doch. Beim 51. Versuch bei der ISBN 978-1-4053-2989-7 geschah etwas Merkwürdiges: Die Amazon-Suche zeigte an, dass das Suchergebnis nicht jugendfreien Inhalt enthielte und fragte, ob ich ihn anzeigen wolle. Ich bestätigte und fand ein Buch über das Kama Sutra vor.

Natürlich habe ich gleich einmal die Anzahl der Stellungen in diesem Buch gecheckt (je nach Quelle 432 oder 433). Das passt zwar zu den Zahlen auf der Karte, aber die gehen ja nur bis 320. Nichtsdestotrotz haben Dörte und ich noch einmal nach der auffällig häufigen Zahl 311 in diesem besonderen Kontext gegoogelt: Der Brückenpfeiler.

Dies war dann der Zeitpunkt, um die Suche für heute erst einmal abzubrechen!

Anmerkungen:
Dieser Eintrag wurde am 2.1.2018 nacherfasst.
Die Suche nach der ISBN-Nummer liefert inzwischen kein Ergebnis mehr bei amazon.de

Samstag, 2. Dezember 2017

Zeitriss

Heute bin ich von Kai und Nathalie eingeladen worden. Wir besuchten einen Escape Room in der Nähe der Neuen Flora und über Escape Rooms darf man ja nicht zu viel erzählen. Vielleicht nur so viel: Ihr habt es gar nicht mitbekommen, aber die ganze Welt war in Gefahr. Wir sind durch die Zeit gereist, um den drohenden Zeitriss zu flicken. Zusammen mit Dr. Who ist uns das gerade eben noch gelungen!

Danach ging es auf einen Weihnachtsmarkt und dort bekam ich mein Rätsel. Es war in einer Schachtel verpackt, in der sich Folgendes befand:

  • Ein verknotetes Seil als Symbol für eine Einladung bzum Segeln in 2018. Das hatten die beiden nämlich ursprünglich mit mir vor. Mit dem Rätsel hat das nichts zu tun.
  • Ein Zettel mit 88 Buchstaben, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergaben. Auf den zweiten Blick auch nicht. Auffällig war, dass es deutlich mehr Groß- als Kleinbuchstaben gab.

  • Eine Glückwunschkarte mit 343 durch Kommas getrennten Zahlen aus dem Bereich 1 bis 320. Die Zahl 311 kommt dabei außerordentlich häufig vor.
  • Einen Briefumschlag mit 17 Marken. Davon enthielten 13 Ziffern, darunter eine Eins mit dem Zusatz "EN". Die restlichen 4 waren waagerechte Striche.
Hier sind die Buchstaben und Zahlen auch als Datei abrufbar.

Kai und Nathalie sagten, dass sich daraus eindeutig das Lösungswort ergeben würde. Aber es würde wohl etwas dauern ...

Wir haben dann erst einmal den Glühwein genossen und haben den Abend zuhause bei uns mit einem Knipp-Essen abgeschlossen.

Das war ein toller Nachmittag und zum Rätsel habe ich noch keine Idee. Das es nicht einfach werden würde, war bei den beiden aber schon vorher klar ...

Vielen Dank, Nathalie und Kai!

Anmerkung:
Dieser Eintrag wurde nacherfasst am 1.1.2018.

Dienstag, 31. Oktober 2017

Speed-Domino

Heute war ich zusammen mit Dörte bei Margrit und Hartmut zum Rätseln. Eigentlich besuchen wir die beiden jedes Jahr um diese Zeit - aber meist erst nach der Gröhl'schen Weinprobe Mitte November. Diesmal waren wir also etwas früher da.

Das Rätsel erhielt ich erst nach dem leckeren Kuchen und es hat mich diesmal nicht lange aufgehalten. Es war eine nett verpackte Geschichte aus der Rubrik "Cogito" in der Zeitschrift "Bild der Wissenschaften". Der Autor Heinrich Hemmes berichtet davon, dass seine Töchter ihn wegen mangelnder Whatsapp-Nutzung für weltfremd und nur begrenzt lebensfähig hielten. So hatte er gar nicht mitbekommen, dass seine Töchter jetzt Speed-Domino spielten: Sie legten auf Zeit eine regelgerechte Dominokette aus allen 28 Steinen eines Dominosatzes. Er hat es dann selbst probiert und ist vollständig daran gescheitert. Eine Tochter hat ihm dann gestanden, dass es daran läge, dass sie einige Steine aus dem Satz entfernt hatte. Die Frage ist nun: Wieviele Steine musste sie mindestens entfernen, damit man keine regelgerechte Kette aus den verbliebenen Steinen bilden konnte?

Nach kurzer Überlegung habe ich mir die Dominosteine gegriffen. Erst einmal mussten wir sie sortieren, denn es war eine Ausgabe mit 55 Steinen. Alles, was eine 7, 8 oder 9 hatte, haben wir aussortiert.  Die verbliebenen 28 Steine habe ich dann fix in einem regelgerechten Kreis angeordnet und damit schon mal bewiesen, dass es nicht ausreicht, nur einen Stein wegzunehmen. Den Rest des Beweises mögt Ihr Euch bitte selber denken ...

Da das so schnell ging, wurde noch ein fieses Holzpuzzle hervorgekramt. Daran hatte ich mich vor Jahren schon einmal versucht und wie damals gelang es mir und Hartmut nicht, es zu lösen. Dörte und Margrit scherten sich nicht darum und spielten in der Zwischenzeit eine nette Partie Domino.

Dann wurden Holzpuzzle und Dominosteine weggepackt und wir hatten einen schönen Nachmittag und Abend mit viel Klönen und leckerem Essen. Vielen Dank dafür!

Sonntag, 15. Oktober 2017

Segelflugprüfung

Frank hat während der Woche noch eine Mail geschickt, ob wir uns nicht am Segelflugplatz treffen wollten. Ich hätte auch die Chance auf einen Gastflug, wenn ich weniger als 110 kg wiegen würde. Das musste ich wegen temporären Nichteinhaltens der Bedingung leider absagen. Auch eine Wanderung entlang des Rennsteigs (anstrengend!) konnte das Gewicht nicht binnen 6 Tagen um 20 kg drücken, das braucht mehr Zeit. Vielleicht komme ich im Frühjahr darauf zurück ...

Frank und Ingrid hatten bei dem Sonnenschein einen Grillnachmittag mit leckeren Sachen vorbereitet. Mit gefülltem Magen ging es dann an die Rätselaufgabe: Eine Navigationsaufgabe aus einer Flugscheinprüfung! Ich sollte einen Segelflug von Grube (EDHB) über den Wendepunkt Autobahnbrücke ( N 54° 01' 47", E 9° 26' 35" ) nach Uetersen (EDHE) planen.

Es gab Angaben zum Wetter, zur Flughöhe, zur Geschwindigkeit in der Luft und zur Beeinflussung des Kompass durch das Flugzeug selbst (die sogenannte Deviation). Ganz schön tricky ist die Berechnung des Kompasssteuerkurses (KSK) aus dem rechtweisenden Kurs (rwK), den man einfach mit dem Geo-Dreieck auf der Karte ermitteln kann. Da spielen dann nämlich das nötige Vorhalten wegen des Windes, die allgemeine Kompassmissweisung und die Deviation eine Rolle.

Als Hilfsmittel hatte ich eine Luftfahrtkarte der deutschen Flugsicherung (siehe Bild oben), ein "Formblatt Segelflug" zur Kursberechnung und ein Wetterblatt der automatischen Flugwetteransage für die allgemeine Luftfahrt.

Ich habe mich bei den Prüfungsfragen ein wenig blöd angestellt. Insbesondere die Berechnung der Geschwindigkeit über Grund hat mich verwirrt: Einfach die Geschwindigkeit in der Luft und den Vektoranteil der Windgeschwindigkeit in Karten-Kompassrichtung (rwK) reicht nicht aus. Aber ich hatte mit Frank ja einen erfahrenen Piloten an meiner Seite, der auch bei gelegentlichen Vorzeichenfehlern korrigierend eingriff.

Trotz dieser Verzögerung blieb noch genug Zeit für einen Spaziergang und Kaffee und Kuchen. Ein richtig schöner Nachmittag, danke Ingrid und Frank!